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TV-Duell vor US-Wahl
Angriffslustiger Romney punktet gegen Obama
Im ersten von drei TV-Duellen vor der US-Wahl hat Herausforderer Mitt Romney seinen Rückstand auf Präsident Barack Obama verringert. Der Republikaner trat in der Debatte, die sich hauptsächlich mit Wirtschaftsthemen befasste, angriffslustig auf.
Die beiden Kontrahenten lieferten sich einen wortreichen Schlagabtausch, bei dem keiner grobe Fehler machte. Romney wirkte aggressiver als Obama und war bei dem 90-minütigen Duell vor geschätzten 60 Millionen US-Fernsehzuschauern durchweg in der Offensive.
In einer nicht-repräsentativen Schnellumfrage des US-Fernsehsenders CNN unter 430 Zuschauern fanden 67 Prozent der Befragten Romney überzeugender. Nur 25 Prozent sahen Obama als Sieger des Duells.
Wirtschaft im Fokus der Debatte
Inhaltlich drehte sich die Debatte um Wirtschaftsthemen. Romney warf Obama vor, Steuererhöhungen wären Gift für die Konjunktur. Zudem hielt er Obama vor, in seinen vier Jahren Amtszeit das staatliche Defizit verdoppelt zu haben.
Obama konterte, Romney wolle durch Steuererleichterungen reiche Amerikaner um 250.000 Dollar im Jahr entlasten und gleichzeitig die Steuern für die Mittelschicht um mehrere tausend Dollar erhöhen. Er hielt Romney vor, dass dessen Pläne auf jeden Fall zu höheren Schulden führen müssten. "Das sagt die Mathematik, der gesunde Menschenverstand und die Geschichte."
Romney widersprach Obama mehrfach. In Wahrheit wolle er die Steuerlast für wohlhabende Amerikaner "unter keinen Umständen" senken. Zudem würden seine Steuerpläne nicht das Staatsdefizit erhöhen. Beides seien unwahre Behauptungen, mit denen Obama seit Monaten die Öffentlichkeit täuschen wolle, meinte Romney.
Romney: Gesundheitsreform zu teuer und uneffektiv
Romney griff auch die Gesundheitsreform und die Sozialpolitik von Obama scharf an. Das von Obama gegen den Widerstand der Republikaner durchgesetzte Programm sei zu teuer und uneffektiv, sagte Romney in Denver (Colorado). "Unsere Aufgabe ist: Wir müssen die Kosten für die Familien senken", kündigte Romney vor Millionen von Fernsehzuschauern an. Dies könne die Privatwirtschaft viel besser als der Staat bewirken.
Die Gesundheitsreform (Obamacare) gilt als das wichtigste Vorhaben Obamas in vier Jahren Amtszeit. Das Gesetz sieht im Kern vor, dass jeder Amerikaner krankenversichert sein muss. Konservative Medien bezeichnen dies als Schritt hin zum Sozialismus.
Obama erwiderte, die Reform sei noch längst nicht abgeschlossen. "Wenn Obamacare komplett umgesetzt ist, werden wir die Kosten senken", versprach der Präsident. Romney hatte im Wahlkampf unter Amerikas Konservativen viel Unterstützung für die Ankündigung erhalten, die Reform zu kippen, falls er Präsident werden sollte.
Romney verspricht zwölf Millionen neue Jobs
Zum Abschluss des TV-Duells bezeichnete Romney die bevorstehende Wahl als Schicksalsentscheidung für die Mittelschicht seines Landes. "Ich bin beunruhigt über die Richtung, die Amerika in den vergangenen vier Jahren eingeschlagen hat", sagte Romney. Wenn er Präsident sei, werde er dabei helfen, zwölf Millionen neue Jobs im Land zu schaffen, mit höheren Löhnen.
Obama erinnerte in seinem Schlusswort daran, wie schwer die Wirtschaftskrise zur Zeit seines Amtsantritts vor vier Jahren war. Seine Zuversicht in die amerikanische Zukunft sei allerdings ungeschmälert, wegen der großartigen Menschen im Land. Er habe damals angekündigt, jeden einzelnen Tag für die Menschen in Amerika zu kämpfen. "Ich habe das Versprechen gehalten. Wenn Sie mich wählen, so versichere ich Ihnen, auch in der zweiten Amtszeit so hart zu kämpfen", sagte Obama.
Stand: 04.10.2012 06:56 Uhr
