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Junge illegale Einwanderer in den USA
465 Dollar für eine bessere Zukunft
Bis zu 1,7 Millionen junge illegale Einwanderer in den USA haben seit heute die Chance auf Bleiberecht und Arbeitserlaubnis. Präsident Obama hat das Programm für die "Dreamers" ins Leben gerufen. Der Schritt in die Legalität kostet 465 Dollar Bearbeitungsgebühr, ist aber an Auflagen gebunden.
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
Es kam überraschend, als Präsident Obama vor zwei Monaten einen weitgehenden Abschiebestopp für junge illegale Einwanderer verkündete. Schnell war von "Wahlkampftaktik" die Rede. Obama wolle sich im November wieder die Stimmen der Latinos sichern.
Hunderttausenden jungen Menschen dürfte ziemlich egal sein, ob politisches Kalkül hinter der Entscheidung steckt, sie sehen nur, dass sie jetzt eine riesige Chance haben: "Ich warte schon lange auf den Tag, an dem ich endlich legal hier sein kann", erzählt Cesar Cruz aus El Salvador einem Reporter der "New York Times".
Am letzten Wochenende stand der 19-Jährige in einer langen Schlange vor einem Beratungsbüro für illegale Einwanderer in Los Angeles, um sich auf den heutigen Mittwoch vorzubereiten. Er will auf jeden Fall die 465 Dollar Bearbeitungsgebühr investieren und sich um eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bewerben.
Junge illegalisierte US-Migranten bekommen Chance auf Legalitität
S. Müller, HR Washington
15.08.2012 01:19 Uhr
Jünger als 31 und seit fünf Jahren in den USA
Genau wie die 25-jährige Hazar Parra. Sie kam als Siebenjährige in die USA, weil ihre Mutter ihr ein besseres Leben ermöglichen wollte. Cruz und Parra - beide erfüllen alle Kriterien für die Bewerbung: Sie kamen in die USA, bevor sie 16 Jahre alt waren, sind jünger als 31 und haben mindestens fünf Jahre lang ununterbrochen hier gelebt. Außerdem machen sie eine Ausbildung und sind nie straffällig geworden: "Diese Chance bedeutet mir alles, denn ich werde als Krankenschwester arbeiten können", sagt Hazar Parra. Cesar Cruz träumt davon, seinen Doktor in Bio-Ingenieurwissenschaft zu machen.
Angst um die Eltern
Bei aller Euphorie haben diese beiden und andere junge Illegale aber eines im Hinterkopf: Die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis wird jeweils nur für zwei Jahre vergeben, danach muss sie neu beantragt und bewilligt werden.
Und dann ist da noch die bange Frage, ob die jungen Leute mit ihrer Bewerbung in dem neuen Programm vielleicht ihre Eltern in Gefahr bringen, falls die ebenfalls illegal im Land sind. "Meine Mutter hat keine Aufenthaltspapiere, aber sie ist bereit, alles für mich zu riskieren", sagt Hazar Parra.
Die US-Regierung beruhigt und versichert, dass Informationen, die die jungen Leute bei ihrer Bewerbung preisgeben, nicht an jene Behörde weitergereicht werden, die für Abschiebungen zuständig ist.
Stand: 15.08.2012 02:00 Uhr
