Fragen und Antworten

FAQ zur elektronischen Reiseerlaubnis Was ändert sich für USA-Reisende?

Stand: 12.01.2009 11:25 Uhr

Für USA-Touristen gehörte es dazu wie der Jetlag: das Formular, das während des Fluges verteilt wird. Fragen wie "Reisen Sie zum Zweck krimineller Handlungen ein?" sollen ab heute nicht erst unterwegs, sondern vorab online beantwortet werden. tagesschau.de erklärt, wie es geht.

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Von Manuela Rüther für tagesschau.de

Was ist die elektronische Reiseerlaubnis?

Eine Frau beantragt im US-Konsulat in Berlin ein Visum
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Ein Visum muss nur beantragen, wer länger als 90 Tage in die USA will. Ab sofort müssen sich aber auch Urlauber vorab im Internet registrieren.

Das Online-Formular ist ähnlich aufgebaut wie der Zettel, den es bisher im Flugzeug gab. Abgefragt werden personenbezogene Daten wie der Name, das Geburtsdatum und die Reisepassnummer. Freiwillig sind Angaben über den Abflugort, die Reisedaten und das Ziel in den USA. (Diese Daten können auch später noch aktualisiert werden, falls sie zum Zeitpunkt des Antrages noch nicht feststehen).

Weiter unten auf dem Formular finden sich sieben sogenannte Sicherheitsfragen, zum Beispiel zu ansteckenden Krankheiten, zur Kriminalitätsgeschichte und zum Motiv der Einreise. Mit dem elektronischen Verfahren prüft ein Computersystem vor Abflug, ob jemand berechtigt ist, in die USA zu reisen. Die Daten sollen gespeichert werden und automatisch vorliegen, sobald Reisende künftig ins Flugzeug steigen. Außerdem werden alle Angaben mit Datenbanken der Strafverfolgungsbehörden abgeglichen.

Wer benötigt diese Reiseerlaubnis?

Für die Einreise in die USA gibt es zwei Möglichkeiten: Wer länger als 90 Tage bleiben möchte, muss im Voraus ein Visum beantragen. Touristen aus Deutschland und 33 weiteren Ländern, die für einen kürzeren Zeitraum in den Staaten unterwegs sind, haben den sogenannten Nichteinwanderer-Status und fallen unter das "Programm für visumfreies Reisen". Sie brauchen aber zusätzlich die Reiseerlaubnis. Einmal beantragt, ist diese zwei Jahre gültig und gilt für mehr als eine Reise in die USA. Ausnahme: Der Pass läuft ab. In diesem Fall müsste eine neue Erlaubnis beantragt werden.

Gilt die Regelung auch für Kinder?

Ja, und zwar auch für Kinder, die noch kein eigenes Ticket für die Reise benötigen. Der Antrag kann auch von einer dritten Person eingereicht werden. Das gilt übrigens auch für Menschen, die keinen Internet-Zugang haben oder mit der Technik nicht zurechtkommen. In diesem Fall können auch Angehörige oder Reisebüros den Antrag ausfüllen.

Wie läuft der ganze Vorgang ab?

Der Antrag kann im Prinzip jederzeit vor Abreise gestellt werden, jedoch mindestens 72 Stunden bevor es losgeht. Über die Seite der ESTA (Electronic System for Travel Authorization) gelangt man auf das Formular (zum Formular kommen Sie über diesen Link). Vorsicht: Nicht den Begriff "Esta" in Suchmaschinen eingeben. Oft erscheinen dabei als Top-Treffer kostenpflichtige, täuschende Angebote. Nachdem jemand seine Daten eingegeben und kontrolliert hat, wird empfohlen, eine Kopie auszudrucken. Diese muss zwar nicht vorgelegt werden, ist aber für die eigenen Unterlagen sinnvoll. Der nächste Schritt: Den Antrag elektronisch einreichen. Daraufhin vergibt das System eine Auftragsnummer, die man sich notieren sollte. In den meisten Fällen erhält der Antragsteller sofort eine Antwort - spätestens aber nach 72 Stunden.

Was passiert, wenn jemand keine elektronische Reiseerlaubnis bekommt?

Ohne Reiseerlaubnis ist es nicht möglich, ohne Visum in die USA zu reisen. In solchen Fällen empfiehlt die US-Botschaft, sich an das Außenministerium der Vereinigten Staaten zu wenden (zum Außenministerium kommen Sie über diesen Link). Dort gibt es weiterführende Informationen darüber, wie man alternativ ein Visum beantragt.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Die Internet-Seite wird von der US-Regierung betrieben und unterliegt den Vorschriften des amerikanischen Gesetzes über die Privatssphäre. Laut US-Regierung kommen dabei Technologien zum Einsatz, die verhindern, dass Unbefugte auf die Daten zugreifen können. Datenschützer aus Deutschland haben die neue Regelung aber schon kritisiert.