Anhänger der US-Demokraten bejubeln ihren Erfolg in Virginia. | Bildquelle: AP

Abstimmungen über Gouverneure US-Demokraten bejubeln Wahlerfolg

Stand: 08.11.2017 11:32 Uhr

Es ist ein Erfolg mit Signalwirkung: Ein Jahr nach der Wahl von Donald Trump haben die US-Demokraten bei Gouverneurs- und Bürgermeisterwahlen klare Siege gegen die Republikaner erzielt. Vor allem der Triumph in Virginia gilt als wegweisend.

Die US-Demokraten haben bei Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey wichtige Siege gegen die Republikaner von Präsident Donald Trump erzielt. Besonders die Abstimmung in Virginia galt als Gradmesser für die 2018 anstehenden Kongresswahlen und als Stimmungstest ein Jahr nach Trumps Sieg bei der Präsidentenwahl.

In dem Bundesstaat schlug der Demokrat Ralph Northam überraschend deutlich den Republikaner Ed Gillespie, der sich den Präsidenten zum Vorbild genommen und auf einen konfrontativen Wahlkampf gesetzt hatte. Nach Auszählung von 83 Prozent der Stimmen lag Northam mit 53,2 Prozent der Stimmen klar vor Gillespie, der auf 45,7 Prozent kam. Vor der Wahl war mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet worden.

Der gewählte Gouverneur von Virginia, Northam, feiert seinen Sieg. | Bildquelle: AP
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Sein Sieg gibt den Demokraten Hoffnung: Virginias gewählter Gouverneur Northam

Mehr als nur eine Personalie

Trump hatte sich für Gillespie eingesetzt, distanzierte sich aber von ihm nach der Niederlage umgehend: Gillespie habe weder ihn, noch das, wofür er stehe, bereitwillig angenommen, erklärte Trump auf seiner Asien-Reise via Twitter.

Den Demokraten gelang es auch, den Republikanern erstmals seit zwei Jahrzehnten die Mehrheit im Unterhaus ("House of Delegates") von Virginia zu entreißen. Unter den in die Kammer gewählten Kandidaten ist mit Danica Roem auch erstmals eine offen als Transgender lebende Politikerin.

Danica Roem feiert den Wahlsieg | Bildquelle: AP
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Danica Roem im Kreis ihrer Anhänger

In New Jersey siegte der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, Phil Murphy, gegen die Republikanerin Kim Guadagno. Der Erfolg Murphys war weniger überraschend, da Guadagnos Wahlkampf unter der Unbeliebtheit des bisherigen Gouverneurs Chris Christie litt. Christie stand Trump nahe und war in mehrere Skandale verwickelt.

New Yorker Botschaften

Auch bei zeitgleich stattfindenden Regional- und Kommunalwahlen feierten die Demokraten mehrere prestigeträchtige Erfolge. So wurden New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio und sein Kollege in Boston, Marty Walsh, klar wiedergewählt.

Nach Auszählung der Stimmen aus 68 Prozent der Wahllokale bekam de Blasio 64 Prozent der Stimmen, wie US-Medien berichteten. Seine republikanische Herausfordererin Nicole Malliotakis kam demnach auf 30 Prozent der Stimmen.

Bill de Blasio feiert seinen Wahlsieg. | Bildquelle: REUTERS
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Bill de Blasio feiert seinen Wahlsieg. In seinen Armen: seine Frau Chirlane McCray, links der Sohn Dante.

Eine Stadt bleibt sich treu

Insbesondere de Blasios Erfolg war erwartet worden - New York wählt traditionell die Demokraten. Der linksgerichtete de Blasio gilt in seiner Stadt zwar als nicht besonders beliebt, aber als akzeptiert. Er wertete seinen Sieg auch als "Botschaft an das Weiße Haus". Auf Twitter schrieb er an die Adresse von Trump weiter: "Sie können nicht gegen New Yorker Werte angehen und gewinnen, Mr. Präsident. Wenn Sie den Werten Ihrer Heimatstadt den Rücken kehren, wird Ihre Heimatstadt Ihnen den Rücken zukehren." 

Der Republikaner Trump stammt aus dem New Yorker Bezirk Queens. US-Medienberichten zufolge hatte er per Briefwahl seine Stimme abgegeben. Per Twitter hatte Trump de Blasio einmal als "schlechtesten Bürgermeister der USA" bezeichnet.

Der Blick richtet sich auf 2018

Die Demokraten hatten darauf gesetzt, endlich aus den schwachen Umfragewerten des Präsidenten Kapital schlagen zu können. Vier Nachwahlen zum Kongress haben sie in diesem Jahr bereits verloren.

Bei den Zwischenwahlen in einem Jahr zur Halbzeit von Trumps laufender Amtsperiode hoffen sie, wenigstens eine der beiden Parlamentskammern zurückerobern zu können. Derzeit halten die Republikaner die Mehrheit sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus.

Der demokratische Abgeordnete Gerald Connolly aus Virginia sprach von einem "umfassenden Sieg" auf allen Ebenen: "Danke, Donald Trump!" Der Präsident erklärte dagegen: "So, wie die Wirtschaft Rekordzahlen schafft, werden wir weiter gewinnen. Sogar noch höher als vorher!"

US-Demokraten gewinnen Gouverneurswahl in Virginia
Torsten Teichmann, ARD Washington
08.11.2017 08:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. November 2017 um 06:00 Uhr.

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