New Yorks EX-Bürgermeister Michael Bloomberg zieht seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl in den USA zurück. | Bildquelle: dpa

Präsidentschaftswahl in den USA Bloomberg erwägt Kandidatur

Stand: 24.01.2016 22:07 Uhr

Zwölf Jahre lang hatte er das Amt des New Yorker Bürgermeisters inne - nun will Michael Bloomberg offenbar noch höher hinaus. Laut der "New York Times" erwägt der 73-Jährige, als US-Präsident zu kandidieren. Er würde sich eine Kampagne ordentlich was kosten lassen.

Der langjährige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg zieht eine Kandidatur für das Amt als Präsident der USA in Betracht. Das berichtete die "New York Times". Bloomberg ist ehemaliger Republikaner, hatte sich aber im Streit um Schusswaffen mit der Partei überworfen und würde nun bei der Wahl als Unabhängiger antreten.

Bloomberg rechne sich durchaus Chancen aus, falls Donald Trump für die Republikaner antritt und bei den Demokraten der linke Bernie Sanders. Gerade Trump, der sich vor kurzem die Unterstützung von Tea-Party-Ikone Sarah Palin sichern konnte, trifft mit seinen umstrittenen Äußerungen immer wieder auf Kritik und Spott.

Der 73-jährige Milliardär Bloomberg wäre bereit, einiges in seinen Wahlkampf zu investieren, hieß es in dem Bericht weiter. Eine Milliarde Dollar, umgerechnet rund 920 Millionen Euro, würde sich Bloomberg seine Kampagne kosten lassen. Endgültig festlegen will er sich bis spätestens Anfang März.

Bis Ende 2013 war Bloomberg Bürgermeister von New York, auf ihn folgte Bill de Blasio in das Amt. Bloomberg machte unter anderem als Vorkämpfer für Umweltschutz und Gesundheitsinitiativen von sich reden, beispielsweise durch die Einführung von Rauchverboten in Bars und Restaurants.

Trump: "Ich würde liebend gern gegen ihn antreten"

Eine erste Reaktion kam bereits von Republikaner-Kandidat Trump: Er würde "liebend gern" gegen Bloomberg antreten. Dem Senders CBS News sagte er, Bloomberg sei ein langjähriger Freund gewesen, mittlerweile seien sie aber "vielleicht keine Freunde mehr". Auch Sanders äußerte sich zu der möglichen Konkurrenz und spielte gegenüber dem Sender ABC vor allem auf Bloombergs großes Vermögen an. Die Teilnahme eines weiteren Milliardärs neben Trump würde zeigen, dass die USA sich "von einer Demokratie weg zu einer Oligarchie" bewege.

Die USA wählen im November einen neuen Präsidenten, die innerparteilichen Vorwahlen beginnen bereits am 1. Februar. Der demokratische Amtsinhaber Barack Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Eine dritte Amtszeit würde er aber auch gar nicht anstreben, selbst wenn dies verfassungsrechtlich möglich wäre, sagte Obama dem Sender CBS. Das Amt des Präsidenten müsse immer wieder "durch neue Energie und neue Ideen frisch belebt werden". Zudem freue er sich, "aus der Blase", also den strengen Sicherheitsvorkehrungen im Weißen Haus, zu entkommen.

Bloomberg erwägt Kandidatur für Präsidentenamt
K. Clement, ARD New York
25.01.2016 03:50 Uhr

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