Marco Rubio steht mit niedergeschlagenem Gesichtsausdruck hinter einem Rednerpult | Bildquelle: REUTERS

Vorwahlen in fünf US-Bundesstaaten Republikaner Rubio wirft das Handtuch

Stand: 16.03.2016 06:05 Uhr

In fünf US-Bundesstaaten wurde in den Vorwahlen abgestimmt - doch noch bevor alle Stimmen ausgezählt sind, steht fest: Es gibt einen Kandidaten weniger. Der Republikaner Rubio gibt nach seiner Niederlage in Florida auf. Sein Rivale Trump und die Demokratin Clinton konnten weitere Erfolge feiern.

Das Feld der Kandidaten im Kampf um das Amt des US-Präsidenten lichtet sich weiter. Der Republikaner Marco Rubio gibt auf. Zu stark ist sein Konkurrent Donald Trump, der sich nun sogar den Sieg in Florida holte. Ein Ergebnis, das Rubio besonders schmerzen dürfte - es ist der Heimatstaat des 44 Jahre alten Senators.

"Es ist nicht Gottes Wille, dass ich 2016 Präsident werde - vielleicht niemals", sagte Rubio nach den ersten Hochrechnungen der Stimmenauszählung. Demnach konnte er gerade einmal 27 Prozent der Stimmen gewinnen, Trump holte sich gut 45 Prozent. Der Milliardär Trump sicherte sich damit alle 99 Delegierten in Florida. Rubio wurde als moderatere Alternative der Republikaner zu Trump und Ted Cruz angesehen. Seine Rede vor seinen Anhängern nutzte Rubio auch nochmal, um scharf gegen Trump zu schießen: "Amerika braucht eine lebhafte konservative Bewegung. Aber eine, die auf Prinzipien und Ideen aufbaut und nicht auf Angst, nicht auf Wut."

163 Delegiertenstimmen werden vakant

Für Rubio war es seit Beginn ein schwieriger Vorwahlkampf - in nur drei der bisher rund 30 Vorwahlen konnte der 44-Jährige einen Erfolg verbuchen. Die damit gewonnenen 163 Delegierten dürfen nun frei entscheiden, welchen Kandidaten sie im weiteren Wahlkampf unterstützen wollen.

Rubio könnte mit einer Empfehlung den Vorwahlkampf also auch nach seinem Ausscheiden noch beeinflussen. An diese wären die Delegierten allerdings nicht gebunden. Zudem hätte Rubio auch die Möglichkeit, seine Kampagne beim republikanischen Nominierungsparteitag im Juli wiederzubeleben. Dann würde er auch die Stimmen der bereits gewonnenen Delegierten zurückerhalten.

Trump siegt auch in Illinois und North Carolina

Das Feld der Republikaner hat sich mit dem Ausscheiden Rubios von einst 17 auf nur noch drei Bewerber reduziert. Neben den führenden Trump und Cruz ist nur noch der Gouverneur von Ohio, John Kasich, im Rennen. Trump konnte seine Favoritenrolle aber nicht nur mit dem Sieg in Florida weiter ausbauen. Er gewann ebenfalls die Vorwahlen in Illinois und North Carolina.

Nach Auszählung von gut einem Drittel der Stimmbezirke in Illinois kam Trump auf rund 40 Prozent der Stimmen. Hinter ihm landete im Feld der Republikaner der Senator Ted Cruz mit knapp 26 Prozent, gefolgt von Kasich mit 22 Prozent der Stimmen.

Donald Trump setzte beim zweiten Super Tuesday seine Siegesserie fort - vor seinen Anhängern sprach er von einem "großartigen Abend". | Bildquelle: dpa
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Donald Trump setzte beim zweiten Super Tuesday seine Siegesserie fort - vor seinen Anhängern sprach er von einem "großartigen Abend".

Auch in North Carolina fielen nach der Auszählung von mehr als der Hälfte aller Stimmbezirke rund 40 Prozent auf dem Immobilien-Milliardär. Cruz erhielt demnach gut 36 Prozent, Kasich knapp 13 Prozent. Trump zeigte sich mit dieser Siegesserie mehr als zufrieden. "Das war ein wunderbarer Abend, das war ein großartiger Abend", sagte er.

Kasich triumphiert in Heimatstaat Ohio

Im Gegensatz zu Rubio konnte Kasich in seinem Heimatstaat Ohio einen Erfolg feiern. Er verwies Trump auf den zweiten Platz im Kampf um die Delegiertenstimmen des Bundesstaates. Nach Auszählung fast aller Stimmbezirke kam Kasich auf 46,5 Prozent und Trump auf gut 36 Prozent. An dritter Stelle lag Cruz mit 13,4 Prozent.

John Kasich feierte seinen Triumph in seinem Heimatstaat Ohio. | Bildquelle: AP
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John Kasich feierte seinen Triumph in seinem Heimatstaat Ohio.

Wie in Florida galt am zweiten Super Tuesday auch in Ohio das Prinzip "The winner takes it all" - sämtliche Delegiertenstimmen fallen dem Sieger der Vorwahl zu. Ein entscheidender Dämpfer für Trump: Hätte er sich auch Ohio sichern können, wäre seine Kandidatur um das Präsidentenamt kaum noch abzuwenden gewesen.

Zwar führt Trump hinsichtlich der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im Juli weiterhin deutlich - trotzdem hat er aber weniger als 50 Prozent der bislang vergebenen Stimmen gewonnen. Sollte er das Tempo nicht anziehen können, würde er die für die Nominierung notwendige Mehrheit von 1237 Delegierten verfehlen. Durch seine Siege in in Florida, North Carolina und Illinois konnte Trump mindestens 159 Wahlmänner und Wahlfrauen dazugewinnen.

Kasich zeigte sich nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse entsprechend optimistisch: "Es wird einen weiteren Sieg zu feiern geben - in diesem Herbst, wenn wir Hillary Clinton schlagen."

Vierfach-Sieg für Clinton

Hillary Clinton konnte sich in gleich vier Bundesstaaten als Siegerin feiern lassen. | Bildquelle: AP
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Hillary Clinton konnte sich in gleich vier Bundesstaaten als Siegerin feiern lassen.

Doch so einfach dürfte es nicht sein, sich gegen Hillary Clinton durchzusetzen. Die Ex-Außenministerin setzte ihren Siegeszug in Florida, Ohio, North Carolina und Illinois fort und drängte damit ihren Rivalen Bernie Sanders weiter ins Abseits. In Florida lag sie mehr als 30 Prozentpunkte vor Sanders. In Ohio kam Clinton nach ersten Ergebnissen auf rund 56 Prozent der Stimmen, Sanders erhielt knapp 40 Prozent.

Clinton benötigt für die Nominierung beim Parteitag der Demokraten Ende Juli 2383 Delegiertenstimmen. Nach ihrem Vierfach-Sieg scheint ihre Kandidatur kaum mehr gefährdet. Bei ihrer Siegesrede in Florida ging sie schon auf einen möglichen Schlagabtausch mit Donald Trump ein. Der Immobilienunternehmer könne die Probleme des Landes mit seinen rechtspopulistischen Phrasen nicht lösen, rief Clinton unter dem Jubel ihrer Anhänger.  

Auch im Bundesstaat Missouri wurde gewählt: Hier zeichnete sich ebenfalls ein Sieg von Trump und Clinton ab.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. März 2016 um 12:00 Uhr.

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