Zwei Hände halten einen türkischen Reisepass in der Hand | Bildquelle: picture alliance / Daniel Naupol

Reaktion auf Festnahme Visa-Konflikt zwischen USA und der Türkei

Stand: 09.10.2017 00:21 Uhr

Nach der Festnahme eines amerikanischen Konsulatsmitarbeiters hat die US-Botschaft in der Türkei die Vergabe von Visa ausgesetzt. Die türkische Regierung reagierte mit der gleichen Maßnahme - und verschärfte so den bereits länger schwelenden Konflikt der beiden NATO-Staaten.

Die US-Botschaft in der Türkei hat ihre Vergabe von Visa vorläufig gestoppt. Damit wird es türkischen Touristen und Geschäftsreisenden erheblich erschwert, in die Vereinigten Staaten zu reisen. Zur Begründung hieß es in einer Erklärung, man überprüfe, inwieweit die Regierung in Ankara sich der Sicherheit der US-Botschaft und ihres Personals verpflichtet fühle.

Botschaftsmitarbeiter soll Gülen-Anhänger sein

Zuvor hatten die USA sich "tief besorgt" über die Festnahme eines ihrer Botschaftsangestellten geäußert. Der türkische Staatsbürger wird der Spionage verdächtigt und soll der Bewegung des in den USA lebenden Islam-Predigers Fetullah Gülen nahe stehen. Die türkische Regierung macht dessen Bewegung für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich. Die US-Botschaft wies die Anschuldigungen als "grundlos" zurück.

Türkei stoppt ebenfalls Visavergabe

Die Türkei reagierte auf die Maßnahme, in dem sie eine nahezu wortgleiche Erklärung veröffentlichte und ihrerseits die Visavergabe an US-Bürger auf Eis legte. Der gegenseitige Stopp der Visavergabe belastet die ohnehin angespannten Beziehungen der beiden NATO-Staaten schwer. Außenminister Mevlut Cavusoglu hatte deswegen laut türkischen Medienberichten bereits am Samstag mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson gesprochen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Ende September den USA die Übergabe des seit Monaten inhaftierten amerikanischen Pastors Andrew Brunson im Austausch gegen Gülen in Aussicht gestellt. Auch US-Präsident Donald Trump hatte gefordert, Brunson freizulassen.

Über dieses Thema berichteten NDR Info und Deutschlandfunk am 09. Oktober 2017 jeweils um 03:00 Uhr in den Nachrichten.

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