Die Außenminister der Türkei und der USA, Mevlüt Cavusoglu, links, und Mike Pompeo, bei einem Treffen der NATO-Mitglieder in Brüssel Mitte Juli. | Bildquelle: REUTERS

Streit um US-Pastor Keine Lösung im Fall Brunson

Stand: 03.08.2018 11:14 Uhr

Im Streit um den in der Türkei festgesetzten US-Pastor Brunson gibt es noch keine Lösung. Durch Drohgebärden werde man nichts erreichen, so Außenminister Cavusoglu nach einem Treffen mit seinem Kollegen Pompeo.

US-Außenminister Mike Pompeo hat die Türkei zur Freilassung eines amerikanischen Pastors Andrew Craig Brunson gedrängt. Zwei Tage nach der Ankündigung von Sanktionen durch die US-Regierung gegen zwei türkische Minister traf sich Pompeo am Rande einer Sicherheitskonferenz in Singapur mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu. Das Gespräch brachte jedoch offenbar kein Ergebnis in dem Streit.

Cavusoglu sagte nach dem Treffen: "Ich kann sagen, dass es ein sehr konstruktives Gespräch gewesen ist. Selbstverständlich kann man nicht erwarten, dass ein einziges Gespräch sofort alle Krisen beziehungsweise Probleme behebt. Allerdings haben wir uns darauf verständigt, die Probleme in Dialog, Zusammenarbeit und gegenseitigem Verständnis zu lösen."

Man sei sich in vielen Punkten einig, so Cavusoglu. Welche das seien, sagte er nicht. Mit Pompeo werde er weiter daran arbeiten, Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ländern zu lösen, so der türkische Außenminister. Seinem Gesprächspartner habe er gesagt, dass durch Drohgebärden und Sanktionen nichts erreicht werden könne.

USA setzen auf Sanktionen

Die Beziehungen zwischen Washington und Ankara sind wegen des Streits über Brunson schwer belastet. Der Pastor steht in der Türkei zurzeit unter Hausarrest. Ihm wird dort wegen Spionage- und Terrorvorwürfen der Prozess gemacht. Der Prozess ist zurzeit unterbrochen. Er soll Mitte Oktober weiter gehen.

Die US-Regierung ist der Ansicht, Brunson habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Um die türkische Regierung unter Druck zu setzen, wurden deshalb in dieser Woche Sanktionen gegen Justizminister Abdulhamit Gül und Innenminister Süleyman Soylu angekündigt.

Pastor Andrew Brunson | Bildquelle: dpa
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Der Pastor Andrew Brunson nach seiner Entlassung aus der Haft Ende Juli. Seitdem steht er in der Türkei unter Hausarrest.

Pompeo: "Brunson muss nach Hause kommen"

Von Pompeo gab es nach dem Treffen mit Cavusoglu in Singapur zunächst keine Aussage zu dem Streit. Zuvor hatte er gesagt, dass die Sanktionen zeigen würden, wie ernst seine Regierung den Fall des Pastors nehme.

"Brunson muss wie alle Amerikaner, die von der türkischen Regierung festgehalten werden, nach Hause kommen", so Pompeo. "Sie haben diese Leute für eine lange Zeit festgehalten. Das sind unschuldige Menschen."

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die US-Forderungen zur Freilassung zurückgewiesen und gesagt, man werde sich dem Druck aus Washington nicht beugen.

Mit Informationen von Karin Senz, ARD-Studio Istanbul

Streit um US-Pastor: Keine Lösung im Fall Brunson
Karin Senz, ARD Istanbul
03.08.2018 10:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. August 2018 um 11:41 Uhr.

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