US-Präsident Trump spricht auf einer Pressekonferenz. | Bildquelle: AP

US-Präsident und die Medien UN werfen Trump Angriff auf Pressefreiheit vor

Stand: 30.08.2017 15:27 Uhr

Von "Versager" bis "verlogen" - seit seinem Einzug ins Weiße Haus lässt US-Präsident Trump kaum ein gutes Haar an vielen Medien. Nun äußern sich die UN: Deren Menschenrechtschef sieht durch Trumps verbale Ausfälle die Pressefreiheit angegriffen.

Seine Äußerungen nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Charlottesville hatten Donald Trump ins Kreuzfeuer der Medien gerückt. Zu wenig habe er sich gegen Rassismus positioniert, so die Kritik am US-Präsidenten. Doch Trump widersprach und äußerte seinerseits Vorwürfe gegen die aus seiner Sicht falsche Darstellung der Medien. Aus Sicht des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, Seid al-Hussein, hat Trump dabei eindeutig zu scharfe Töne angeschlagen. Er wirft dem Staatsoberhaupt einen Angriff auf die Pressefreiheit vor.

Trump sieht sich in Medien "falsch dargestellt"

Ein kurzer Rückblick: Mitte August ziehen Hunderte Rechtsextreme bei einer Demonstration durch Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia. Ihnen stehen nahezu gleich viele Gegendemonstranten gegenüber. Es kommt zu Ausschreitungen, die darin gipfeln, dass ein Autofahrer mutwillig in eine Menge von Gegendemonstranten rast. Eine 32-Jährige kommt dabei ums Leben.

Trumps Reaktionen in der Öffentlichkeit rufen Empörung hervor: Erst verurteilt er Gewalt auf beiden Seiten, erst nach dem Lautwerden massiver Kritik stellt er sich gegen Rassismus und Neonazis. Kurz darauf folgt die nächste Kehrtwende: Nun sieht Trump die Gewaltbereitschaft wieder auf beiden Seiten. Und er greift die Presse hart an: Sie hätte seine "perfekte Rede" nur teilweise veröffentlicht oder falsch dargestellt. Er bezeichnet Journalisten als "verlogen" und "schlechte Menschen".

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Seid al-Hussein. | Bildquelle: AFP
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Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Seid al-Hussein wirft US-Präsident Trump vor, zur Gewalt gegen Journalisten anzustiften.

Stacheln Trumps Worte zu Gewalt an?

Al-Hussein sieht in diesen Äußerungen eine Form der Hetze, die auch zu Angriffen auf Medienvertreter anstacheln könnte. Der Hochkommissar spricht von einem Kreislauf aus "Anstiftung, Angst, Selbstzensur und Gewalt", den Trump in Gang gesetzt habe - und das, obwohl die Pressefreiheit ein Eckpfeiler der US-Verfassung darstelle. Ein Präsident, der sich gegen die Medien stelle und diese selbst bedrohe, sei "eine atemberaubende Kehrtwende und in der Folge letztendlich eine gefährliche".

Trump geht schon seit Beginn seiner Amtszeit gegen Medien vor, darunter etwa die "New York Times" oder der Fernsehsender CNN. Immer wieder verunglimpft der Präsident die Journalisten als "verlogen", "Versager" bis hin zur "untersten Gattung Mensch". Mit Absicht würden sie Falschmeldungen über ihn verbreiten, um ihm zu schaden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. August 2017 um 15:15 und 17:15 Uhr in den Nachrichten.

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