Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Kehrtwende nach Putin-Treffen Trump überzeugt nicht

Stand: 18.07.2018 18:13 Uhr

Nach seinem umstrittenen Auftritt mit Russlands Präsident Putin ist US-Präsident Trump zurückgerudert. Dass er alles auf einen Versprecher zurückführt, kommt nicht an. Politiker fordern Aufklärung.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

In mehreren Twitter-Botschaften am frühen Mittwochmorgen hat US-Präsident Donald Trump seine Kritiker attackiert: "Einige Leute HASSEN die Tatsache, dass ich mich mit Russlands Präsident Putin gut verstanden habe. Sie würden lieber in den Krieg ziehen."

Trump versprach "viele positive Ergebnisse" als Resultat seines Treffens mit Wladimir Putin. Als Beispiel nannte er Nordkorea. Mit keinem Wort erwähnte der US-Präsident die Reaktionen auf seinen Versuch der Schadensbegrenzung am Vortag. Nach einem Sturm der Empörung über seinen Helsinki-Auftritt hatte Trump die Aufregung auf einen Versprecher zurückgeführt: "In einem wichtigen Satz meiner Bemerkungen habe ich das Wort 'sollte' verwendet statt 'sollte nicht'".

In Helsinki hatte Trump gesagt, er sehe nicht, warum sich Russland in die US-Wahl eingemischt haben sollte. Eigentlich, so Trumps Erklärung, habe er das Gegenteil sagen wollen: "Der Satz hätte lauten sollen: Ich sehe keinen Grund, warum sich Russland NICHT eingemischt haben sollte. Also eine doppelte Verneinung" - "wouldn't" statt "would".

Der Schaden ist angerichtet

Viele Politiker und die meisten US-Medien reagierten auf diesen Erklärungsversuch ähnlich wie die CNN-Journalistin Dana Bash in einem Tweet: "Die ganze Aufregung also wegen zweier Buchstaben? N und T? Im Ernst?"

Zumal der angebliche Versprecher Trumps erst nach 24 Stunden aufgefallen sein sollte - nachdem Trump in zahlreichen Tweets und zwei Fernsehinterviews nichts dazu gesagt hatte. "Das kommt 24 Stunden zu spät, noch dazu am falschen Ort", kritisierte der Fraktionschef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer.

Auch sein Parteifreund Senator Richard Blumenthal meinte: "Das war zweideutig, halbherzig, zu wenig und zu spät".

Viele Republikaner zeigten sich erleichtert, dass Trump immerhin den US-Geheimdiensten sein Vertrauen ausgesprochen habe. Doch auf die Frage, ob Trump damit den desaströsen Eindruck von Helsinki ausräumen konnte, antworteten viele wie der Abgeordnete Ryan Costello aus Pennsylvania: "Nein. Aber das ist jetzt auch egal. Im Ausland glaubt ihm das ohnehin niemand. Der Schaden war längst passiert, als er es gesagt hatte."

Kommunikationschaos im Weißen Haus: Trump widerspricht sich erneut
tagesthemen 22:15 Uhr, 18.07.2018, Stefan Niemann, ARD Washington

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Vorladung der Dolmetscherin und des Sicherheitsteams

Mehrere Republikaner kündigten eine Gesetzesinitiative an: Danach sollen Länder, die sich in US-Wahlen einmischen, mit Sanktionen bestraft werden. Den Demokraten reicht das nicht. Sie wollen die einzige Augenzeugin des Vier-Augen-Gesprächs zwischen Trump und Putin, die Übersetzerin, in den Kongress vorladen und unter Eid befragen lassen.

"Zwangsvorladung - nicht nur für die Übersetzerin, sondern auch für das Nationale Sicherheitsteam des Präsidenten, das Trump über sein Gespräch mit Putin informiert hat", forderte Senator Richard Blumenthal.

So weit wollen die Republikaner nicht gehen. Aber auch sie wollen in Kürze Außenminister Mike Pompeo und Trumps Nationalen Sicherheitsberater John Bolton im Kongress befragen, was Trump mit dem russischen Präsidenten besprochen hat.

John Bolton | Bildquelle: dpa
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John Bolton und Außenminister Pompeo sollen vor dem Kongress über das Treffen mit Putin aussagen.

Die Nervosität in beiden Parteien ist groß, Trump könne Putin Versprechungen gemacht haben, die Amerikas Interessen zuwiderlaufen.

Auch in der Bevölkerung stößt Trumps Schmusekurs mit Putin auf große Skepsis. Nach einer repräsentativen Umfrage des Senders NBC sehen mehr als zwei Drittel der US-Bürger Russland als "unfreundlich" oder gar als "Feind". Mehr als 80 Prozent sind dagegen überzeugt, dass die NATO gut für Amerika ist.

Angeblicher Versprecher Trumps überzeugt nicht
Martin Ganslmeier, ARD Washington
18.07.2018 19:27 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 18. Juli 2018 tagesschau24 um 18:00 Uhr und Deutschlandfunk um 18:29 Uhr.

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