Pentagon

Ausbildung von Kämpfern gegen IS USA ändern Taktik

Stand: 09.10.2015 18:38 Uhr

500 Millionen Dollar hatten die USA für die Ausbildung von gemäßigten Rebellen im Kampf gegen den IS vorgesehen. Doch das Programm erwies sich als kaum wirksam. Nun soll es modifiziert und etwa kurdische Kämpfer unterstützt werden.

Die USA verändern ihr Ausbildungsprogramm für gemäßigte Rebellen im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS). Das US-Verteidigungsministerium erklärte, die bisherigen Ansätze würden angesichts einiger Herausforderungen weiterentwickelt.

Das Pentagon erklärte nun, man werde im Kampf gegen den IS in Syrien auf Fortschritte etwa in der Unterstützung kurdischer Kämpfer in der an der Grenze zur Türkei gelegenen nordsyrischen Stadt Kobane setzen. Man werde deswegen "überprüfte Anführer" und deren Einheiten mit Ausrüstung und Waffen ausstatten. Ziel sei, dass diese Gruppen gemeinsam gegen vom IS kontrolliertes Gebiet vorgingen. Diese Gruppen werden laut Pentagon auch US-Luftunterstützung erhalten.

Das Pentagon hatte ursprünglich geplant, tausende gemäßigte syrische Rebellen für den Kampf gegen die IS-Dschihadisten auszubilden und dafür 500 Millionen Dollar (knapp 440 Millionen Euro) eingeplant.

Programm kaum wirksam

Der Kommandeur des US-Zentralkommandos, Lloyd Austin, hatte am 16. September im US-Kongress zugegeben, dass die geplante Schulung von 5000 Kämpfern pro Jahr nur "vier oder fünf" neue ausgebildete Kämpfer erbracht habe. Zudem hatte eine von zwei kleinen Rebelleneinheiten, die in diesem Jahr von der Türkei aus nach Syrien geschickt worden waren, nach dem ersten Angriff aufgegeben. Die andere hatte große Teile ihrer Ausrüstung an eine mit Al Kaida verbündete Rebellengruppe verloren.

US-General Lloyd Austin | Bildquelle: AFP
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General Austin gab zu, dass das Ausbildungsprogramm wenig erfolgreich war.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter kündigte bei einem Besuch in London den Kurswechsel an, erklärte aber: "Ich bleibe davon überzeugt, dass eine endgültige Niederlage des IS in Syrien zum Teil vom Erfolg örtlicher, motivierter und fähiger Bodentruppen abhängt." Er glaube, dass der Strategiewechsel die Anti-IS-Kräfte stärke.

Als Beispiel für eine erfolgversprechende Alternative verwies Carter auf die Ausbildung kurdischer Kämpfer in Nordsyrien. "Die Arbeit, die wir mit den Kurden in Nordsyrien gemacht haben, ist ein Beispiel für eine effektive Vorgehensweise", sagte er. "Das ist genau das Beispiel, wie wir es mit anderen Gruppen in anderen Teilen Syriens anstreben möchten."

USA ändern Strategie im Kampf gegen IS
tagesschau 20:00 Uhr, 09.10.2015, Volker Schwenck, ARD Kairo

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