Kämpfer der syrischen Kurdenmiliz YPG | Bildquelle: REUTERS

Trotz Kritik der Türkei Weiter US-Waffen für Kurden

Stand: 09.05.2017 22:06 Uhr

Die Unterstützung der syrischen Kurden durch die USA ist der Türkei schon lange ein Dorn im Auge. Nun hat US-Präsident Trump angekündigt, auch in Zukunft Waffen an sie zu liefern. Das dürfte für neue Spannungen sorgen - ausgerechnet vor einem Treffen Trumps mit Erdogan.

Trotz Bedenken der Türkei will die US-Regierung die syrischen Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) weiter mit Waffen ausrüsten. US-Präsident Donald Trump gab dem Verteidigungsministerium dafür grünes Licht, sagte sein Sprecher Sean Spicer. Es handelt sich nach Angaben eines Pentagon-Sprechers um Handfeuerwaffen, Maschinengewehre, Munition und gepanzerte Fahrzeuge, die an die Kurdenmiliz YPG geliefert werden sollen. Die YPG sind Teil eines Bündnisses mit dem Namen Syrische Demokratische Kräfte (SDF).

Türkei bekämpft kurdische YPG-Miliz

Die Entscheidung, die kurdischen Kämpfer auszurüsten, dürfte für neue Spannungen zwischen den USA und der Türkei sorgen. Ankara stört sich seit längerem an der Unterstützung Washingtons für die YPG. Die Türkei sieht in der Miliz einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie deshalb auch auf syrischem Gebiet.

USA brauchen die Kurden im Kampf gegen den IS...

Die US-Regierung erkennt offiziell nur die PKK als Terrororganisation an. Sie braucht die YPG im Kampf gegen den IS, sie ist ein wichtiger Partner. Jets der internationalen Anti-IS-Koalition unterstützen die von den Kurden angeführte Offensive auf die IS-Hochburg al Rakka.

Pentagon-Sprecherin Dana White verteidigte die Entscheidung. "Die SDF sind die einzigen Kräfte am Boden, die al Rakka in naher Zukunft mit Unterstützung der USA und der Koalition erobern können." Man wisse um die Bedenken der Türkei, erklärte sie. "Wir versichern der türkischen Regierung, dass die USA sich verpflichtet fühlen, zusätzliche Sicherheitsrisiken zu vermeiden und unseren NATO-Partner zu schützen."

US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte, Washington wolle die Türkei in die Eroberung al Rakkas einbeziehen. Die Zustimmung Trumps zu den Waffenlieferungen sei "sofort wirksam", sagte er. Allerdings müsse der "Zeitplan" noch festgelegt werden.

... aber auch die türkische Regierung

Die USA brauchen allerdings auch die türkische Regierung im Kampf gegen den IS, weil sie vom NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik auf türkischem Boden Luftangriffe fliegen. Trump will sich in der kommenden Woche in Washington mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. Erdogan bezeichnete die YPG erst kürzlich als "Vampire", die sich "von Blut und Tränen" ernährten. Türkische Flugzeuge hatten vor zwei Wochen im Norden Syriens Stellungen der Miliz angegriffen. Dabei wurden mehr als 20 Menschen getötet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Mai 2017 um 23:38 Uhr

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