Das ausgebrannte Wrack des us-amerikanischen B-52-Bombers, der am 17.01.1966 während eines Auftankmanövers mit einem Tankflugzeug über der spanischen Mittelmeerküste nahe Almeria kollidierte. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Einigung nach fast 50 Jahren US-spanischer Atombombenstreit beigelegt

Stand: 19.10.2015 15:22 Uhr

Vor fast 50 Jahren stürzte ein US-Bomber über Südspanien ab - an Bord: vier Atombomben, mit der vielfachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Jetzt übernehmen die USA die Verantwortung und helfen den Spaniern bei der Beseitigung der radioaktiven Rückstände.

Es war der 17. Januar 1966. Ein US-Bomber flog über Südspanien. An Bord vier Atombomben. Ein Tankflugzeug sollte die Maschine vom Typ B-52 wieder auffüllen. Doch beide Flieger stießen in der Luft zusammen. Eine Bombe gelangte sicher an einem Fallschirm auf die Erde, eine zweite landete im Mittelmeer, wo sie 80 Tage später geborgen wurde. Bomben drei und vier gingen zu Boden. Beim Aufprall platzten sie auf, radioaktives Plutonium wurde freigesetzt. Das geschah nahe der Ortschaft Palomares.

Wer soll für den Schaden aufkommen?

Sieben der elf Besatzungsmitglieder beider Flugzeuge kamen ums Leben. Im Dorf wurde niemand verletzt. Die Franco-Diktatur versuchte das Unglück herunterzuspielen. Trotzdem gab es Streit: Wer soll für den Schaden aufkommen? Die Amerikaner holten 1600 Tonnen verseuchten Erdreichs in Behältern in die USA. Doch auch weitere Bereiche auf spanischem Boden waren und sind radioaktiv verseucht.

John Kerry und Jose Manuel Garcia Margallo | Bildquelle: AFP
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John Kerry und Jose Manuel Garcia Margallo

Jetzt, fast 50 Jahre später, gibt es eine Einigung. Die Außenminister der beiden Länder, John Kerry und José Manuel García-Margallo, unterzeichneten eine Vereinbarung. Die ist ein erster Schritt, eine Vorstufe zu einem verbindlichen Abkommen. Das soll regeln, wie die verseuchten Erdschichten abgetragen werden und wer die Kosten dafür übernimmt.

Vor mehreren Jahren hatte die spanische Regierung das Gebiet in der Nähe von Palomares enteignen lassen. Bislang ist das verstrahlte Gelände abgezäunt. Damit wollten die spanischen Behörden verhindern, dass auf dem Gebiet Ferienwohnungen errichtet werden.

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