Schüsse auf Zwölfjährigen "Verhängnisvolle Verkettung menschlicher Irrtümer"

Stand: 29.12.2015 08:29 Uhr

Für die tödlichen Schüsse auf einen zwölfjährigen Schwarzen muss ein US-Polizist nicht vor Gericht. Es habe eine verhängnisvolle Verkettung menschlicher Irrtümer gegeben, es sei aber kein Verbrechen begangen worden, begründete der Staatsanwalt seine Entscheidung.

Vor einem Jahr erschoss ein Polizist auf einem Spielplatz in Cleveland den zwölfjährigen Tamir Rice. Nun hat die Justiz über den Fall entschieden: Für die tödlichen Schüsse auf den schwarzen Jungen muss sich der Beamte nicht vor Gericht verantworten. Es habe eine verhängnisvolle Verkettung menschlicher Irrtümer gegeben, es sei aber kein Verbrechen begangen worden, begründete der zuständige Staatsanwalt vor Medien die Entscheidung einer Anklagekammer.

Der Anwalt der Familie Rice teilte mit, diese habe die Entscheidung traurig und enttäuscht aufgenommen, sei davon aber nicht überrascht. Die Familie rief das US-Justizministerium erneut dazu auf, den Fall zu untersuchen.

Schuss in den Bauch

Der Vorfall ereignete sich im November 2014. Tamir Rice schaukelte damals auf einem Spielplatz in Cleveland. Dabei zog der Zwölfjährige laut einem Augenzeugen eine Spielzeugwaffe aus seinem Hosenbund und zielte damit auf umstehende Menschen. Ein Passant alarmierte die Polizei, wies aber darauf hin, dass es sich vermutlich um keine echte Waffe handele. Diese Einschränkung gab die Notrufzentrale wohl nicht an die Polizisten weiter.

Als die Beamten am Spielplatz eintrafen, eröffnete ein Polizist das Feuer auf den Jungen - eine Kugel traf das Kind tödlich am Bauch.

Dieses Foto von Tamir Rice (12) wurde vom Anwalt seiner Familie an die Medien gegeben. | Bildquelle: AP
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Dieses Foto von Tamir Rice (12) wurde vom Anwalt seiner Familie an die Medien gegeben.

Der Zwölfjährige hatte diese Spielzeugpistole dabei | Bildquelle: AP
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Der Zwölfjährige hatte diese Spielzeugpistole dabei

Zwei Gutachten entlasten Schützen

Der Fall des Zwölfjährigen hatte in einer Serie tödlicher Polizistenschüsse auf Schwarze in den USA besondere Aufmerksamkeit erregt, weil das Opfer so jung war. Zwei Gutachten hatten den Schützen entlastet. Sie folgten der Argumentation des Beschuldigten. Dieser hatte gesagt, er habe eine Spielzeugpistole des Jungen für echt gehalten und sich unmittelbar bedroht gefühlt.

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