Russische SU-24-Bomber auf einem Stützpunkt in der syrischen Provinz Latakia | Bildquelle: AFP

Krieg in Syrien USA: Russland greift auch Zivilisten an

Stand: 30.12.2015 09:03 Uhr

Die USA werfen Russland den Tod Hunderter Zivilisten durch Luftangriffe in Syrien vor. So seien Schulen und medizinische Einrichtungen attackiert worden. Russland unterstützt nach eigenen Angaben die Truppen des syrischen Staatschefs Assad im Kampf gegen Dschihadisten.

Russland steht wegen seiner Luftangriffe in Syrien weiter in der Kritik. Die USA werfen dem Land den Beschuss von zivilen Zielen vor. Es sei "extrem verstörend", wie Russland seit Ende September Luftangriffe in Syrien ausführe und dabei seinen Verbündeten, den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, unterstütze, sagte US-Außenamtssprecher Mark Toner. Er sprach von "Hunderten getöteten Zivilisten".

Die Kampfjets hätten medizinische Einrichtungen, Schulen und Märkte attackiert. Im Oktober und in der ersten November-Hälfte seien mehr als 130.000 Syrer in die Flucht getrieben worden - viele von ihnen wegen der russischen Angriffe. Außenminister John Kerry habe in einem Gespräch seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow die Bedenken mitgeteilt, sagten Regierungsbeamte.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte vergangene Woche berichtet, Russland setze Streumunition und ungelenkte Bomben ein. Russland wies die Vorwürfe zurück.

USA werfen Russland Tötung von Zivilisten vor
tagesschau 20:00 Uhr, 30.12.2015, Ina Ruck, ARD Moskau

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Verhandlungen ab Januar

Die scharfe Kritik an Russland kommt wenige Tage vor dem geplanten Beginn der Verhandlungen zwischen Vertretern von Assad und einer Delegation der Opposition. Diese sollen Anfang Januar beginnen. Ziel sind eine Übergangsregierung, Wahlen und eine neue Verfassung binnen 18 Monaten in dem seit 2011 von einem Krieg gezeichneten Land.

Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Jubeir kritisierte Russland für die Tötung von Sahran Allusch, Chef der Miliz Dschaisch al-Islam. Es sei nicht hilfreich, wenn Kämpfer getötet würden, die eine friedliche Lösung und den Kampf gegen den IS unterstützten. Dschaisch al-Islam war in Saudi-Arabien gegründet worden und hatte sich zur Teilnahme an den Friedensgesprächen bereit erklärt.

Dieser Beitrag lief am 30. Dezember 2015 um 06:21 Uhr auf NDR Info.

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