Das russische Konsulat in San Francisco | Bildquelle: AFP

Druck der US-Regierung Russisches Konsulat muss schließen

Stand: 31.08.2017 22:59 Uhr

Russland muss sein Konsulat in San Francisco schließen. Das verfügte das US-Außenministerium. Als Grund nannte ein Sprecher den "Grundsatz der Ausgewogenheit" - Moskau hatte zuvor Hunderte US-Diplomaten zur Ausreise aufgefordert.

Die USA haben im diplomatischen Streit mit Russland die Regierung in Moskau aufgefordert, ihr Konsulat in San Francisco zu schließen. Das teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Zudem wurde Russland aufgefordert, eine diplomatische Kanzlei in Washington und eine konsularische Abteilung in New York zu schließen. Das US-Außenministerium gab Russland bis Samstag und damit nur 48 Stunden Zeit, seine Vertretungen zu schließen. Ausgewiesen werden soll aber niemand. Die Diplomaten könnten an anderer Stelle wieder eingesetzt werden, hieß es aus Regierungskreisen.

Washington muss Diplomaten aus Russland abziehen

Die US-Regierung reagierte damit auf die Entscheidung Russlands, Hunderte US-Diplomaten auszuweisen. Der Kreml hatte Amerika aufgefordert, die Zahl seiner diplomatischen Mitarbeiter in Russland um insgesamt 755 Mitarbeiter zu verringern. Damit wären nur noch 455 US-Diplomaten in Russland tätig - was der Zahl des Personals in den russischen Vertretungen in den USA entspräche. Am Freitag läuft die Frist zur Ausreise der US-Diplomaten ab. Die Maßnahme war eine Reaktion auf neue US-Sanktionen gegen das Land.

"Wir glauben, dass diese Aktion ungerechtfertigt und nachteilig für die Beziehungen beider Länder war", heißt es in der Stellungnahme von Ministeriumssprecherin Heather Nauert in Bezug auf die Ausweisung von US-Diplomaten. Die Entscheidung folge "dem Grundsatz der Ausgewogenheit". Nun würden jedem Land drei Konsulate im jeweils anderem Land bleiben. Die USA hätten jedoch auf eine volle Angleichung verzichtet, um die Abwärtsspirale zu stoppen.

Die russische Regierung erklärte, sie bedauere diese Entscheidung, und machte die USA für die "Eskalation der Spannungen" verantwortlich. Der einflussreiche Abgeordnete Leonid Sluzki wurde von russischen Nachrichtenagenturen mit den Worten zitiert: "Das ist ein sehr ungerechter Schritt. Er bedeutet, dass die USA eine heiße Phase eines diplomatischen Krieges erklären."

Für den neuen russischen Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, fiel die Schließung des Konsulats auf seinen ersten Tag im neuen Amt. Der 62-jährige Karrierediplomat löst den bisherigen Botschafter Sergej Kisljak in Washington ab, der im Juli zurück nach Moskau gerufen worden war.

Antonow appellierte an beide Seiten, besonnen zu agieren: "Um mit Lenins Worten zu sprechen: Wir brauchen keine hysterischen Anfälle."

Russland muss Konsulat in USA schließen
Jan Bösche, ARD Washington
31.08.2017 20:40 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 31. August 2017 um 22:10 Uhr.

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