Ein Graffiti mit Putin und Trump in Vilnius, Litauen. | Bildquelle: dpa

FBI-Verdacht Traf Trump-Team Absprachen mit Russland?

Stand: 23.03.2017 12:18 Uhr

Der Verdacht stand bereits im Raum: Russland soll den US-Wahlkampf beeinflusst haben - gemeinsam mit dem Trump-Team. CNN veröffentlicht nun brisante Details: Trumps Leute sollen das Go gegeben haben für den Hack von Clintons Mail-Konten. Das FBI ermittelt.

Es ist brisant, was der amerikanische Nachrichten-Sender CNN berichtet: Mitarbeiter des Präsidenten sollen bei der Veröffentlichung von Dokumenten mit russischen Agenten zusammengearbeitet haben, um Hillary Clintons Wahlkampf zu untergraben. Der Sender zitiert Regierungs-Offizielle wie : "Es besteht der Verdacht, dass Leute, die in Verbindung mit der Kampagne standen, mit dem Daumen nach oben gezeigt haben, als die Informationen veröffentlicht wurden."

FBI ermittelt gegen Trump-Team

FBI-Chef James Comey | Bildquelle: REUTERS
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FBI Chef Comey hat Ermittlungen gegen Kampagnen-Manager Trumps angewiesen.

FBI-Direktor James Comey hatte es bei seiner Aussage vor dem US-Kongress am Montag noch vage formuliert: "Es gibt glaubwürdige Anschuldigungen bezogen auf Gesetzesverstöße oder nachvollziehbaren Anlass zu glauben, dass ein Amerikaner als Agent einer ausländischen Macht gehandelt haben könnte". Die Untersuchungen laufen und könnten Präsident Donald Trump in große Bedrängnis bringen.

Laut CNN wird gegen die beiden Kampagnen-Manager Roger Stone und Paul Manafort ermittelt sowie gegen Sicherheitsberater Michael Flynn und den außenpolitischen Berater Carter Page.

Koordinierte Leaks gegen Clinton?

Im Juli 2016 hatte die Plattform WikiLeaks unmittelbar vor dem Parteitag der Demokraten 20.000 E-Mails vom internen Parteiserver veröffentlicht. Einige legten nahe, dass die Parteispitze im Vorwahlkampf Clinton bevorzugt und versucht habe, ihren linken Rivalen Bernie Sanders zu sabotieren. Das FBI macht russische Hacker für den Angriff verantwortlich. Nun wird das erste Mal der Verdacht ausgesprochen, Mitarbeiter aus der Trump-Kampagne könnten den Angriff koordiniert haben. Das FBI lehnte eine Stellungnahme ab.

"Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird es wirklich eng für Trump", analysierte Thomas Jäger, Professor mit Schwerpunkt US-Außenpolitik an der Uni Köln, in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Es sei ungewöhnlich, dass mit dem FBI US-Behörden gegen Teammitglieder des Präsidenten ermittelten. Gegen die vier engsten Wahlkampf-Mitarbeiter könne Anklage wegen Verrats erhoben werden. Trump könnte der Rücktritt oder ein Amtsenthebungsverfahren drohen. Jedoch, schränkte er ein, seien die Hürden für Letzteres "extrem hoch" und von daher "sehr unwahrscheinlich".

Trump-Team legal abgehört?

Der Vorsitzende des US-Geheimdienstausschusses, Devin Nunes. | Bildquelle: AP
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Der republikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Devin Nunes.

Ebenfalls unbestätigt ist weiterhin der Vorwurf, Präsident Barack Obama habe Trump und sein Team abhören lassen. Dieses hatte der US-Präsident seinem Vorgänger via Twitter vorgeworfen - die US-Geheimdienste bestritten dies. Doch ein Parteifreund ist Trump nun beigesprungen: Es sei möglich, dass Gespräche von Trump und seiner Mitarbeiter durch routinemäßige Abhöraktionen mitgeschnitten worden seien, sagte der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Devin Nunes. Die Vorwürfe gegen Obama seien jedoch weiterhin haltlos, so der Republikaner weiter.

Der stellvertretende Ausschussvorsitzende Adam Schiff von den oppositionellen Demokraten kritisierte das Vorgehen von Nunes scharf. Er habe Trump und die Presse informiert, bevor die restlichen Ausschussmitglieder davon wussten. Trump hingegen sieht sich in seinen Vorwürfen bestätigt. Er empfinde "so etwas wie eine Rehabilitierung".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. März 2017 um 08:00 Uhr

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