Nordkorea testet eine Rakete (Archiv) | Bildquelle: AFP

Reaktion auf Nordkorea USA testen Raketenabwehrsystem

Stand: 27.05.2017 04:37 Uhr

Das Pentagon will am Dienstag über dem Pazifischen Ozean eines seiner Systeme zur Abwehr von Interkontinentalraketen testen. Ziel ist die Simulation eines Angriffs durch ein nordkoreanisches Geschoss auf das US-Festland.

Angesichts der zunehmenden Spannungen mit Nordkorea wollen die USA das Abfangen einer Interkontinentalrakete testen. Wie das Pentagon am Freitag mitteilte, ist der Test für den kommenden Dienstag geplant.

Die Interkontinentalrakete wird demnach vom US-Luftwaffenstützpunkt auf dem zu den Marschall-Inseln gehörenden Südsee-Atoll Kwajalein im Pazifik abgefeuert. Sie soll anschließend auf offener See durch ein auf der US-Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien stationiertes Abwehr-System abgefangen werden.

Zahl der Raketenabwehrsysteme soll steigen

Das Pentagon verfügt über mehrere Raketenabwehrsysteme - das unter dem Namen "Interceptor" geführte System ist allerdings jenes, das am wahrscheinlichsten beim Abfangen einer Interkontinentalrakete aus Nordkorea zum Einsatz käme.

Es existiert seit 2004, ist jedoch noch nie eingesetzt oder voll getestet worden. In Alaska sind davon derzeit 32 Einheiten gelagert, vier weitere im Norden von Los Angeles. Bis zum Ende des Jahres soll ihre Gesamtzahl dem Pentagon zufolge auf 44 steigen.

Langstreckenraketen im Bau?

Nordkorea hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Mittelstreckenraketen getestet. Die Regierung in Pjöngjang arbeitet eigenen Angaben zufolge zudem an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben zudem fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr.

Mit den Tests verstößt Nordkorea gegen internationale Bestimmungen. Die Spannungen in der Region haben zuletzt deutlich zugenommen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Freitag am Rande des G7-Gipfels in Sizilien jedoch zuversichtlich, dass der Konflikt mit Nordkorea gelöst werden könne.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Mai 2017 um 07:00 Uhr

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