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Angriffsdrohungen aus Pjöngjang
USA bauen wegen Nordkorea Raketenabwehr aus
Nach den jüngsten Angriffsdrohungen aus Nordkorea verstärken die USA ihre Raketenabwehr an der Westküste. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel teilte mit, dass dazu bis Ende 2017 in den USA zusätzlich 14 bodengestützte Abwehrraketen aufgestellt werden sollen. Außerdem werde nach einer Vereinbarung mit Tokio ein zweites Radarsystem in Japan stationiert. Die USA informierten China über diese Schritte.
Der Pentagon-Chef begründete die Maßnahmen vor allem mit dem zugespitzten Konflikt mit Nordkorea. Angesichts neuer Sanktionen durch den UN-Sicherheitsrat hatte die Regierung in Pjöngjang den USA mit einem Atomangriff gedroht. Hagel führte aber auch den Dauerkonflikt mit dem Iran um dessen Atomprogramm an.
Abwehrschild seit 2004
Bisher haben die USA 30 Abfangraketen an der Westküste stationiert, davon vier in Kalifornien und 26 in Alaska. Die zusätzlichen Abwehrraketen sind für Alaska vorgesehen. Die Verstärkung koste eine Milliarde Dollar.
Der Abwehrschild ging 2004 in Betrieb. Anfliegende feindliche Atomraketen sollen noch während der Startphase oder später im Weltraum mit US-Abwehrraketen oder von "Killer"-Satelliten abgeschossen werden. Hagel kündigte an, man werde zudem neue Stützpunkte für weitere Abwehrraketen auch an der US-Ostküste prüfen.
Nordkorea testet Raketen mit kurzer Reichweite
Nordkorea feuerte unterdessen nach der Aufkündigung des Jahrzehnte alten Waffenstillstandsabkommen mit Südkorea laut Medien zwei Testraketen mit kurzer Reichweite ab. Es habe sich vermutlich um Raketen des Typs Kn-02 gehandelt, die schätzungsweise 120 Kilometer weit fliegen können, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärs. Die Raketen seien an der Ostküste vermutlich bei Truppenübungen abgeschossen worden. Die Tests dienten offenbar dem Ziel, die Technologie der Raketen zu verbessern.
Nordkorea testet regelmäßig Raketen mit kurzer Reichweite. Die jüngsten Tests könnten jedoch nach Meinung von Militärs auch eine Reaktion auf die laufenden südkoreanisch-amerikanischen Truppenübungen in Südkorea sein, meldete Yonhap.
USA rüsten Raketenabwehr im Pazifik auf
S. Hasselmann, MDR Washington
16.03.2013 07:06 Uhr
Waffenstillstand aufgekündigt
Nordkorea hatte zuletzt verkündet, den Waffenstillstand von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs sowie sämtliche Entspannungsabkommen mit Südkorea nicht mehr anzuerkennen. Pjöngjang reagierte damit auf die Ausweitung von UN-Sanktionen und auf die Militärübungen in Südkorea. Die UN hatten die Sanktionen wegen des nordkoreanischen Atomtests vom 12. Februar verhängt.
Zudem machte Nordkorea die USA und Südkorea indirekt für angebliche Cyberangriffe auf seine Computernetzwerke verantwortlich. Staatliche Internetserver seien intensiven Attacken ausgesetzt gewesen, berichtete die offizielle nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.
Stand: 15.03.2013 21:49 Uhr
