UN-Sicherheitsrat zu Nordkorea | Bildquelle: AP

UN-Resolutionsentwurf Noch schärfere Sanktionen gegen Nordkorea?

Stand: 05.08.2017 02:48 Uhr

Mit verschärften UN-Sanktionen sollen Nordkorea rund eine Milliarde US-Dollar an Exporteinnahmen entzogen werden. Einen entsprechenden Resolutionsentwurf brachten die USA in den Sicherheitsrat ein, über den offenbar noch heute abgestimmt werden soll.

Die USA haben im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf mit schärferen Sanktionen gegen Nordkorea vorgelegt. Der Entwurf, über den nach Angaben eines Diplomaten voraussichtlich noch heute in New York abgestimmt werden soll, zielt auf die Exporteinnahmen des kommunistischen Landes.

Der Regierung in Pjöngjang soll der Geldhahn zugedreht werden, indem ihr rund eine Milliarde US-Dollar (etwa 843 Millionen Euro) an Einnahmen entzogen würde. Der Exportbann würde den Verkauf von Kohle, Stahl und Eisen sowie Blei und Meeresfrüchte treffen.

Devisenbank auf schwarze Liste

Dem Entwurf zufolge sollen auch neun Personen und vier Einrichtungen wie Nordkoreas Devisenbank auf eine schwarze Liste der UN gesetzt werden, die Reiseverbote und das weltweite Einfrieren von Vermögenswerten vorsieht.

"Diese Sanktionen zielen nicht auf die nordkoreanische Bevölkerung", sagte ein Diplomat. Sie zielten auf die Einnahmen, die von dem verarmten Staat umgehend in das Raketen- und Atomprogramm gesteckt würden.

Reaktion auf Raketentests

Verhandlungen über die Maßnahmen mit China, dem Haupthandelspartner Nordkoreas, laufen bereits seit Anfang Juli, nachdem Pjöngjang am 4. Juli seine erste Interkontinentalrakete getestet hatte. Am 28. Juli folgte ein zweiter Test, der die Befürchtungen weiter nährte, Nordkorea könne die Entwicklung einer Rakete vorantreiben, die US-Festland erreichen würde.

Im Zuge des Konflikts mit Nordkorea hatte Washington zuletzt auch ein Verbot für US-Bürger verhängt, in das ostasiatische Land zu reisen. Dieses Verbot soll am 1. September in Kraft treten. Das Reiseverbot soll für ein Jahr gelten. Unter bestimmten Umständen sind Ausnahmen für Reisen aus humanitären Gründen sowie für Journalisten möglich.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. August 2017 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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