Das gemeinsame Manöver von USA und Südkorea "Ulchi Freedom Guardian" (Archiv, 21.08.2017) | Bildquelle: dpa

Annäherung an Nordkorea USA setzen Manöver mit Südkorea aus

Stand: 23.06.2018 04:12 Uhr

Anderthalb Wochen nach dem Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim haben die USA Schritte zur weiteren Deeskalation angekündigt. Ausgewählte Manöver seien auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, so das Pentagon.

Die USA und Südkorea legen nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un einige Militärübungen für unbestimmte Zeit auf Eis.

Dazu gehörten Manöver, die eigentlich für die kommenden drei Monate angesetzt gewesen seien, teilte eine Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums mit. Verteidigungsminister Jim Mattis habe sich zuvor mit Außenminister Mike Pompeo, Generalstabschef Joseph Dunford und Trumps Nationalem Sicherheitsberater John Bolton getroffen. Entscheidungen zu weiteren Militärübungen hingen davon ab, wie sich die Verhandlungen unter Leitung von Pompeo mit Nordkorea entwickelten, sagte die Pentagon-Sprecherin weiter.

Trump nannte Manöver "Kriegsspiele"

US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Gipfeltreffen mit Kim vor anderthalb Wochen in Singapur erklärt, die Übungen seien sehr teuer und "provokativ".

Er sprach von "Kriegsspielen". Südkorea leiste seinen Beitrag für die Manöver, "aber nicht 100 Prozent", erklärte der US-Präsident. Sie sollten eingestellt werden, sagte Trump, nannte aber zunächst keine Einzelheiten.

28.500 Soldaten in Südkorea stationiert

Die USA haben etwa 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert. Sie trainieren regelmäßig mit Verbündeten in der Region. Im Jahr 2017 waren an "Ulchi Freedom Guardian" 17.500 Soldaten der USA und 50.000 aus Südkorea beteiligt.

Trump hatte die Manöver provokant genannt. Er liegt mit dieser Einschätzung auf der Linie Nordkoreas. Das Pentagon hatte stets betont, die Übungen seien rein defensiver Natur. Der Stopp der Planungen gilt als Konzession sowohl an Nordkorea als auch an China.

Nordkorea noch immer "außerordentlich bedrohlich"

Nach Ansicht von Trump stellt Nordkorea aber noch immer eine "außerordentliche Bedrohung" für die Vereinigten Staaten dar. In einer Exekutivanordnung verlängerte er bestehende Wirtschaftssanktionen gegen das Land um ein Jahr.

Die Existenz und Förderung von spaltbarem Material sei ebenso gefährlich wie das Vorgehen der nordkoreanischen Regierung, ging aus der Verfügung hervor. Nationale Sicherheit, Außenpolitik und Wirtschaft der USA seien bedroht. Die Entscheidung zur Verlängerung der Sanktionen war erwartet worden.

Sicherheitsgarantien zugesagt

Bei ihrem Treffen hatten Trump und Kim eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach sich die Führung in Pjöngjang dazu bereit erklärt, an einer kompletten atomaren Abrüstung der koreanischen Halbinsel zu arbeiten. Trump sagte im Gegenzug Sicherheitsgarantien zu.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un berührt US-Präsident Trump am Rücken. | Bildquelle: AFP
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Während ihres Treffens signalisierten US-Präsident Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim öffentlichkeitswirksam, dass ihnen an einem freundlichem Umgang gelegen ist.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Juni 2018 um 06:00 Uhr.

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