Castro und Obama beim Amerika-Gipfel | Bildquelle: AFP

Gespräch zwischen Obama und Castro Ein Treffen für die Geschichtsbücher

Stand: 16.11.2015 09:39 Uhr

"Es ist an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren": Ein schlichter Satz Obamas umschreibt den historischen Kurswechsel in der Kuba-Politik. Und auf dem Amerika-Gipfel blieb es nicht beim Händedruck. Nach 50 Jahren Eiszeit gab es für Obama und Castro viel zu bereden.

Die USA und Kuba haben eine neue Ära eingeläutet: Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert kamen die Präsidenten der beiden jahrzehntelang verfeindeten Staaten in Panama zu einem direkten Gespräch zusammen. Es war das erste derartige Treffen seit 1956; die Annäherung zwischen Washington und Havanna war im Dezember nach langen Geheimverhandlungen öffentlich gemacht worden.

Obama und Castro trafen sich in einem kleinen Konferenzraum am Rande des Amerika-Gipfels in Panama-Stadt. "Das ist offenkundig ein historisches Treffen", sagte Obama. "Die Geschichte zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba ist kompliziert gewesen. Nach 50 Jahren gescheiterter Politik ist es nun an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren."

USA und Kuba beenden jahrzehntelange Eiszeit
tagesschau 17:15 Uhr, 12.04.2015, Peter Sonnenberg, ARD Mexiko-Stadt, zzt. Panama

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Obama: Eine "offene und ergiebige Unterhaltung"

Das Gespräch dauerte etwa eine Stunde. "Ich hatte eine offene und ergiebige Unterhaltung mit Raul Castro", sagte Obama anschließend. "Wir konnten uns ehrlich über unsere Meinungsverschiedenheiten und Bedenken unterhalten." Das Gespräch mache ihm Hoffnung, dass sich die US-kubanischen Beziehungen in eine "andere und bessere Richtung" entwickeln können.

Obama betonte aber gleichzeitig, dass es noch erhebliche Differenzen zwischen beiden Staaten gebe. "Wir haben sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie eine Gesellschaft organisiert sein sollte", sagte der US-Präsident. Er habe Castro deutlich gemacht, "dass wir nicht aufhören werden, über Themen wie Demokratie, Menschenrechte sowie die Versammlungs- und Pressefreiheit zu sprechen".

Kuba will von der Terrorliste

Auch der 83-jährige Castro, der 1959 gemeinsam mit seinem Bruder Fidel (88) die kubanische Revolution angeführt hatte, äußerte sich versöhnlich. Es könne Differenzen geben, entscheidend aber sei "der Respekt vor den Ideen der jeweils Anderen".

Zuvor hatte Castro in einer emotionalen Rede wieder das Ende der US-Sanktionen gegen sein Land verlangt. Er begrüßte es als "positiven Schritt", dass in Washington nun bald die Entscheidung über die Streichung Kubas von der Liste der Unterstützerstaaten des Terrorismus fallen werde - einer Liste, "auf der Kuba niemals hätte stehen dürfen".

Obama will offenbar schon innerhalb der nächsten Tage über eine mögliche Streichung Kubas von der US-Terrorliste entscheiden. Schwieriger ist für Obama die Sache mit den Sanktionen gegen Kuba. Hier ist er auf den von den Republikanern dominierten Kongress angewiesen. Die Republikaner sehen eine Annäherung zwischen Kuba und den USA jedoch kritisch. Obama rief am Rande des Gipfels den Kongress dazu auf, die Handelsbeschränkungen fallen zu lassen.

Zum Auftakt des Gipfels hatten sich Obama und Castro am Freitag mit einem als historisch eingestuften Händedruck begrüßt. Bereits im Dezember hatten beide Politiker miteinander telefoniert und dabei das Ende der Eiszeit zwischen den Staaten beschlossen. 

Gespräche nach 50 Jahren Eiszeit

Seit 1962 ist das Verhältnis beider Staaten angespannt. Damals brachte die Kubakrise um die versuchte Stationierung sowjetischer Raketen auf der Insel die Welt an den Rand eines Atomkriegs. Obama hatte im Dezember 2014 ein Ende der Eiszeit eingeläutet und nach einem Telefonat mit Castro die Wiederaufnahme von Beziehungen in Aussicht gestellt. Seitdem traten bereits eine Reihe von Reise- und Handelserleichterungen in Kraft.

Abschluss des Amerika-Gipfels in Panama
Martin Polansky, ARD Mexiko-City
12.04.2015 05:58 Uhr

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