Proteste im Iran (Archivbild: 30. Dezember 2017) | Bildquelle: dpa

Unruhen im Iran USA verlangen Freilassung von Demonstranten

Stand: 11.01.2018 04:34 Uhr

Die USA haben den Iran aufgefordert, die während der Proteste festgenommenen Demonstranten und andere politische Gefangene freizulassen. Es gebe Berichte, dass Menschen in Haft gefoltert oder auch getötet worden seien, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses.

Die USA haben die "unverzügliche Freilassung" von im Iran festgenommenen Demonstranten sowie anderer politischer Gefangener verlangt. Die US-Regierung sei "tief besorgt" über Berichte, wonach Tausende Demonstranten festgenommen wurden, erklärte in Washington die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders. Noch beunruhigender seien Berichte, dass manche Demonstranten in der Haft "gefoltert oder getötet" worden seien, fügte sie hinzu.

Am Vortag hatte sich das US-Repräsentantenhaus solidarisch mit den Demonstranten im Iran erklärt und weitere Sanktionen gegen die Führung in Teheran gefordert. Die entsprechende Resolution wurde nahezu einstimmig verabschiedet. Die Kongresskammer stehe "an der Seite des Volkes des Iran, das sich in legitimen und friedlichen Protesten gegen ein unterdrückerisches, korruptes Regime engagiert", hieß es darin.

Bei den teils gewaltsamen Protesten im Iran, die sich Ende Dezember im ganzen Land ausgebreitet hatten, waren 21 Menschen getötet worden. Seit einer Woche ist es weitgehend ruhig, auch wenn im Internet noch vereinzelt über nächtliche Unruhen berichtet wird.

Dutzende wegen "terroristischer Aktivitäten" festgenommen

Die Angaben zur Zahl der Festnahmen bei den Demonstrationen gehen weit auseinander. Der reformorientierte iranische Parlamentarier Mahmud Sadeghi bezifferte sie mit insgesamt 3700. Nach offiziellen Angaben sollen die meisten Festgenommenen inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt worden sein.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna teilte jedoch derweil mit, dass nach einer weiteren Protestwelle Dutzende Menschen wegen mutmaßlicher "terroristischer Aktivitäten" festgenommen worden seien. In den Häusern der Inhaftierten seien Waffen und Sprengstoff sichergestellt worden, erklärte sie unter Berufung auf das Geheimdienst- und Aufklärungsministerium. Einige Festgenommene hätten die Demonstrationen gefilmt, hieß es.

Entscheidung über US-Sanktionen

Für Trump steht am Freitag eine erneute Entscheidung darüber an, ob er die im Zuge des Atom-Abkommens mit dem Iran ausgesetzten US-Sanktionen wieder in Kraft setzt oder nicht. In dem Abkommen von 2015 hatte Teheran verschärfte internationale Kontrollen seiner Atomanlagen zugelassen und eine Reduktion seiner Urananreicherung zugesagt. Trump steht der Vereinbarung extrem kritisch gegenüber. Er bewertet sie als nicht ausreichend, um den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern. Der US-Präsident hat bislang jedoch darauf verzichtet, das Abkommen aufzukündigen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2018 um 4:55 Uhr.

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