US-Verteidigungsminister Ashton Carter | Bildquelle: AP

Kampf gegen den IS USA schickt Spezialkommandos in den Irak

Stand: 01.12.2015 22:24 Uhr

Die USA wollen ihren Kampf gegen den IS ausweiten und dafür Spezialkräfte in den Irak schicken. Wie viele Soldaten genau blieb noch offen. Sie sollen vor allem das irakische Militär und die kurdischen Milizen unterstützen.

Von Antje Passenheim, ARD-Hörfunkstudio Washington

Die USA wollen für den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" zusätzliche Spezialeinheiten in den Irak entsenden. Die Spezialkräfte sollen vor allem das irakische Militär und die kurdischen Milizen unterstützen, kündigte US-Verteidigungsminister Ashton Carter an. Sie würden dort auf Einladung Bagdads stationiert. "Mit der Zeit werden sie in der Lage sein, Übergriffe zu starten, Geiseln zu befreien, Geheiminformationen zu sammeln und IS-Führer zu fangen. Die Spezialkräfte werden auch eigene Missionen in Syrien ausüben", kündigte Carter an.

Damit weiten die USA die Rolle ihre Bodentruppen im Kampf gegen den IS aus. Bereits im vergangenen Monat entsandte das Pentagon 50 Spezialkräfte in die Region. Zuvor hatten sich die USA stets geweigert, in diesem Konflikt Soldaten am Boden einzusetzen.

Carter schloss nicht aus, ihre Zahl künftig weiter zu erhöhen. Details nannte er jedoch nicht. "Wo wir die Gelegenheit sehen, solche Fähigkeiten einzusetzen, werden wir darauf vorbereitet sein."

Die Strategie der USA ist zweigleisig: Zum einen sollen Stellungen des IS bombardiert, ihre Kämpfer ausgeschaltet und ihre Einkommensquellen trockengelegt werden. Zum anderen wollen die Amerikaner Partner aus der Region stärken, um das Territorium dauerhaft zu sichern.

USA will Spezialeinheiten im Kampf gegen IS verstärken
A. Passenheim, ARD Washington
01.12.2015 21:35 Uhr

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"Wir müssen alle noch mehr tun"

Nach zwei kräftezehrenden Kriegen im Irak und in Afghanistan machten die USA klar, dass sie kein Interesse an einer dauerhaften Präsenz in der Region haben. Vielmehr setzen sie auf die Zusammenarbeit mit den Kurden im Norden Syriens und die syrisch-arabische Koalition. Sie wird auch durch Waffenlieferungen unterstützt.

Carter lobte die zusätzlichen Anstrengungen der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz: "Die Franzosen haben ihre Rolle verstärkt, Großbritannien debattiert gerade über Luftangriffe, Italien gibt wichtige Unterstützung im Irak und auch Deutschland tut das." Doch der Pentagon-Chef forderte auch: Alle müssten noch mehr tun. Unter anderem müsse die Türkei ihre Grenzen besser sichern. Und Russland müsse sich darauf konzentrieren, die IS-Terroristen zu bekämpfen, statt ihre Bomben auf Gegner des syrischen Machthabers Bashar al-Assad zu werfen.

Dieser Beitrag lief am 02. Dezember 2015 um 08:28 Uhr auf InfoRadio.

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