Ein US-Soldat blickt aus einem Helikopter, der das überflutete Katastrophengebiet überfliegt. | Bildquelle: AFP

Hurrikan an US-Küste Kampf gegen "Harveys" Spuren

Stand: 31.08.2017 22:03 Uhr

Der Sturm "Harvey" verliert zwar an Kraft, doch seine Folgen sind schwerwiegend: In einer Chemiefabrik nahe Houston kommt es zu Explosionen. Und durch die Überflutung in den Städten könnten sich Krankheiten ausbreiten.

Von Gabi Biesinger, ARD-Studio Washington

"Breaking News" am frühen Morgen in Texas, als aus einem Chemiewerk des französischen Konzerns Arkema in Crosby, nördlich von Houston, plötzlich Flammen schlagen und schwarzer Rauch aufsteigt. Ein gutes Dutzend Polizisten klagen nach dem Einatmen des Qualms über Beschwerden.

Ed Gonzalez @SheriffEd_HCSO
Operations meeting. Our @HCSOTexas Air Support crew, led by Lieutenant Plant, has been outstanding! #HoustonStrong https://t.co/bEvJNRIiuD

"Nur ein gewöhnliches Feuer"

Die Explosionen kamen nicht unerwartet. Seit Freitag hatte das Gelände der Chemiefirma unter Wasser gestanden. Am Sonntag fielen die Kühlanlagen aus. Gestern wurden daraufhin vorsorglich alle Menschen im Umkreis von zwei Kilometern in Sicherheit gebracht. Arkema hatte selbst gewarnt: Sobald das organische Peroxid zur Plastikherstellung sich erwärme, könne es zu Explosionen und Bränden kommen.

Rich Rennard von der Betreiberfirma bemühte sich auf einer Pressekonferenz aber zu erklären, dass der Rauch ungefährlich sei: "Wir haben keinen Ausstoß von Chemikalien, es ist bloß ein Feuer. Der dabei entstehende Qualm kann Augen und Lungen reizen, wenn man ihn einatmet. Es ist aber nicht mehr als ein ganz gewöhnliches Feuer."

Tropensturm "Harvey" beschädigte 100.000 Häuser
nachtmagazin 00:32 Uhr, 01.09.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Man sei mit den Behörden übereingekommen, dass die Flammen ausbrennen zu lassen. Es könne nach wie vor zu weiteren chemischen Reaktionen kommen. Alle möglichen Betroffenen seien jedoch aus der Gefahrenzone gebracht worden. "Durch die weiteren Brände wird niemand mehr gefährdet", betonte Rennard.

Notversorgung für Millionen Menschen

In Louisiana traten in einigen Gegenden Flüsse über die Ufer. Straßen mussten gesperrt werden. Gouverneur John Edwards erklärte, die Lage sei ernst, aber man stehe bislang besser da als befürchtet.

Obwohl Harvey an Stärke verloren hat, kämpfen die texanischen Städte Port Arthur und Beaumont an der Grenze zu Louisiana weiter mit steigendem Wasser - hier fielen innerhalb von 24 Stunden 66 Zentimeter Regen. In Beaumont ist die Wasserversorgung zusammengebrochen, nachdem die zentrale Pumpanlage dem Druck eines angeschwollenen Flusses nachgegeben hatte. Die Versorgung kann wohl erst wieder hergestellt werden, wenn der Wasserpegel sinkt.

Die Katastrophenhilfe FEMA habe Beaumont derzeit besonders im Blick, erklärt der Direktor der Behörde, Brock Long. In der Stadt seien Trinkwasserausgabestellen eingerichtet worden. Im gesamten Katastrophengebiet stellt die FEMA derzeit täglich drei Millionen Mahlzeiten zur Verfügung und die Tendenz steigt.

"Mehr als 10.000 Menschen sind alleine von Bundesbehörden gerettet worden. Dazu kommen die vielen freiwilligen Retter. Ich möchte noch einmal ausdrücklich loben, wie Menschen sich nachbarschaftlich in dieser Situation in ganz Texas gegenseitig helfen", sagte Long.  

Wassermassen bergen auch Gesundheitsrisiko

Auch im überfluteten Houston ist Entspannung nicht in Sicht, obwohl der Regen dort aufgehört hat. Geschätzt ein Drittel der Millionenstadt steht unter Wasser. Und das wird nun, fast eine Woche, nachdem die dreckige Brühe sich in den Straßen gesammelt hat, zu einer Gesundheitsgefahr, warnt Anthony Fauci vom Nationalen Institut für Allergien und Infektionen. "Wenn die Menschen dem Wasser, das sich mit Abwässern vermischt hat, ausgesetzt sind, werden sie von allen möglichen Bakterien befallen und können Durchfall bekommen. Das ist für viele harmlos, aber für ältere, kranke und schwache Menschen kann das gefährlich werden", betonte Fauci.  

Die US-Marine hat angekündigt, die Schiffe "USS Kearsarge" und "USS Oak Hill" vor die Küste von Texas zu schicken. Sie sollen die Behörden bei den Bergungs- und Rettungsarbeiten unterstützen. US-Vizepräsident Mike Pence wird Texas einen Besuch abstatten. Am Dienstag war bereits Präsident Donald Trump in Texas gewesen. Am Wochenende will Trump zum zweiten Mal in das betroffene Gebiet nach Texas reisen.

Über seine Sprecherin, Sarah Huckabee Sanders, ließ Trump mitteilen, dass auch er für die Betroffenen spenden wolle. Eine Million Dollar sollen aus seinem Privatvermögen an die Fluthilfe gehen.

Harvey und die Folgen: Explosionen in Chemiefabrik
Gabi Biesinger, ARD Washington
31.08.2017 18:21 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 31. August 2017 die tagesschau um 17:00 Uhr und Deutschlandfunk um 18:11 Uhr.

Korrespondentin

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