Donald Trump und Hope Hicks | Bildquelle: REUTERS

Hope Hicks Trumps loyalste Helferin geht

Stand: 01.03.2018 04:15 Uhr

Diesen Rücktritt hatte niemand vorhergesehen: die Kommunikationschefin im Weißen Haus, Hope Hicks, will ihr Amt aufgeben. Die 29-Jährige gilt als engste Vertraute des US-Präsidenten.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

So lange wie sie hat niemand im direkten Umfeld des Präsidenten gearbeitet. Hope Hicks war Trumps engste und loyalste Mitarbeiterin. Vor vier Jahren begann das frühere Model als PR-Frau für Ivanka Trumps Modeprodukte. Ein Jahr später holte sie Trump in sein Wahlkampfteam, obwohl sie über keinerlei politische Erfahrungen verfügte: "Ich fragte sie, was weißt Du von Politik? Sie sagte: "Absolut nichts!". Ich sagte: "Glückwunsch!" - Sie wusste wirklich nichts", erinnert sich der Präsident.

Genau das gefiel Trump. Und dass sie selbst nie das Rampenlicht sucht. Im Wahlkampf tröstete Hicks die Journalisten, die Trump verärgert hatte. Im Weißen Haus tippte sie seine Tweets, brachte ihm schlechte Nachrichten schonend bei und bügelte an Bord der Air Force One seine Anzüge.

Weil ihr Büro unmittelbar vor dem Oval Office liegt, war Hope Hicks auch eine Art Pförtnerin, die stets wusste, mit wem Trump gerade sprach. Vor einem halben Jahr machte Trump sie zu seiner Kommunikationsdirektorin - der vierten innerhalb von acht Monaten. Auch deshalb sei ihr Rücktritt "absolut verblüffend", meint Ashley Parker von der "Washington Post" im Sender PBS: "Wenn es jemanden gibt, der fast alles weiß, was in diesem Weißen Haus gesagt oder getan wird, dann ist es Hope Hicks".

Gründe für den Rückzug offen

In den US-Medien wurde sofort über die Gründe ihres Rückzugs spekuliert. Acht Stunden lang musste Hicks am Dienstag dem Geheimdienstausschuss des Repräsentenhauses zur Russland-Affaire Rede und Antwort stehen. Dabei gestand sie, für Trump gelegentlich zu Notlügen gegriffen zu haben.

Auch wenn Hicks deutlich machte, dass dies nicht für die Russland-Ermittlungen gelte, soll sich Trump über ihre Aussage sehr geärgert haben. Doch die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, wies solche Spekulationen zurück: Hicks habe ihren Rückzug seit längerem geplant, um eine Karriere außerhalb der Politik zu verfolgen.

Womöglich private Gründe

Trump selbst erklärte, Hicks habe "großartige Arbeit" geleistet; er werde sie an seiner Seite vermissen. Tatsächlich könnte Hicks Entscheidung auch private Gründe haben. Während der Kontroverse um den wegen häuslicher Gewalt zurückgetretenen Stabssekretär Rob Porter wurde bekannt, dass Hicks mit Porter liiert sei. Eine schlimme Erfahrung für Hicks, die ungern in den Schlagzeilen steht und die so schüchtern ist, dass sie von Trump nach dessen Wahlsieg fast auf die Bühne gezerrt werden musste.

Drei volle Jahre eng an der Seite von Donald Trump - nur Hicks hat es so lange ausgehalten. Ihr Rücktritt ist bereits der 18. seit Trumps Amtsantritt. Und der Präsident muss sich in den nächsten Wochen schon wieder nach einem neuen Kommunikationsdirektor umschauen: die fünfte Besetzung in einem Job, dessen Herausforderung es ist, die Kommunikation des Präsidenten zu steuern. Wohl wissend, dass Trump überzeugt ist, er selbst sei sein bester Kommunikationsdirektor.

Trumps loyalste Helferin geht
Martin Ganslmeier, ARD Washington
01.03.2018 12:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. März 2018 um 04:55 Uhr.

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