Christopher Wray vor dem US-Senat | Bildquelle: AFP

Nach Entlassung von Comey US-Senat bestätigt Wray als FBI-Chef

Stand: 02.08.2017 00:42 Uhr

Im Mai feuerte US-Präsident Trump den damaligen FBI-Chef Comey. Hintergrund war laut Comey seine Weigerung, Ermittlungen zur Russland-Affäre zu stoppen. Nun wurde sein Nachfolger bestätigt: Christopher Wray. Auch der stellte klar, dass er nicht nach Trumps Pfeife tanzen will.

Knapp drei Monate nach der Entlassung von Ex-FBI-Chef James Comey hat der US-Senat seinen Nachfolger mit deutlicher Mehrheit bestätigt: Christopher Wray soll künftig die Bundesbehörde leiten. Die Abgeordneten votierten mit 92 zu 5 Stimmen für den 50-Jährigen.

Wray war zuvor als Staatsanwalt, Verteidiger und unter dem früheren Präsidenten George W. Bush in verschiedenen Positionen des US-Ministeriums tätig. Er war dort unter anderem für die Koordinierung von Anti-Terror-Maßnahmen nach den Anschlägen des 11. September 2001 mitverantwortlich.

Nahm Trump Einfluss auf Justiz?

Wrays Vorgänger Comey war im Mai vom jetzigen Präsidenten Donald Trump aus seinem Amt gefeuert worden. Zunächst begründete das Weiße Haus die Entscheidung mit einem angeblichen Fehlverhalten des FBI-Chefs während des US-Wahlkampfes. In der Schlussphase hatte das FBI bekanntgegeben, dass weitere Ermittlungen wegen der E-Mail-Affäre rund um Hillary Clinton geprüft werden. Der Vorwurf wurde laut, die Behörde könnte damit die Präsidentschaftswahl beeinflusst haben. In einem Brief warf Trump Comey vor, er sei nicht in der Lage, das FBI "effektiv zu führen".

Doch schnell wurde bekannt, dass ganz andere Hintergründe ausschlaggebend für die Entlassung gewesen sein könnten. Im Zentrum steht dabei die sogenannte Russland-Affäre, die Trump zunehmend belastet. Auch das FBI geht der Frage nach, ob es zwischen Trumps Team im Wahlkampf und Russland unrechtmäßige Absprachen gab. Trump soll von Comey diesbezüglich in einem Vier-Augen-Gespräch gefordert haben, Ermittlungen gegen den damaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Kritiker des Präsidenten sahen darin eine Einflussnahme auf die Justiz.

Auch Wray will Trump keine Loyalität schwören

Später betonte Comey vor dem US-Senat zwar, Trump habe von ihm nicht direkt den Stopp der Russland-Ermittlungen gefordert, jedoch ausdrücklich unterstrichen, dass er vom FBI-Chef Loyalität verlange.

Auch Wray bezog sich nach dem Votum des US-Senats auf die Streitigkeiten zwischen Trump und Comey. Er betonte, auch er werde Trump sicher keine Loyalität schwören. Seine Loyalität gelte "der Verfassung und der Rechtsstaatlichkeit" und er wolle für die "strikte Unabhängigkeit" des FBI stehen.

Im Senat setzt man Hoffnungen auf den Neuen an der FBI-Spitze: Wray werde nun Charakter und Kompetenz in eine Stadt bringen, die immer weiter das Vertrauen der Öffentlichkeit verliere, sagte der republikanische Senator Ben Sasse und spielte dabei auf Washington an. Auch der republikanische Senator und Vorsitzende des Justizausschusses, Chuck Grassley, zeigte sich überzeugt, dass Wray "den Charakter und die standhafte Verpflichtung gegenüber dem Gesetz" mit in den Job bringe. Und die Demokratin Dianne Feinstein äußerte die Hoffnung, dass Wray sein Versprechen, der Politik keinen Einfluss auf die Ermittlungsbehörde einzuräumen, einhalten werde: "Wir brauchen Anführer mit einem Rückgrat aus Stahl, nicht mit weichen Knien und ich bin hoffnungsvoll, dass Herr Wray genau ein solcher Anführer sein wird."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. August 2017 um 09:00 Uhr.

Darstellung: