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Erdogans Leibwächter Türkei bestellt US-Botschafter ein

Stand: 16.06.2017 02:29 Uhr

Die Türkei will den Erlass von Haftbefehlen gegen zwölf Personenschützer ihres Präsidenten Erdogan in den USA nicht so einfach hinnehmen. Das türkische Außenministerium bestellte den US-Botschafter in Ankara zu Gesprächen ein.

Das türkische Außenministerium hat auf den Erlass von Haftbefehlen gegen zwölf Personenschützer von Präsident Erdogan reagiert und den US-Botschafter in Ankara zu einem Gespräch geladen. Dem Diplomaten sei übermittelt worden, dass der Erlass der Haftbefehle durch die US-Behörden falsch und parteiisch sei. Zudem fehle dafür die rechtliche Grundlage, teilte das Ministerium mit. Vielmehr hätten die lokalen Behörden es nicht geschafft, mit Blick auf die sogenannten Demonstranten geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.

Erdogan war Zeuge der Ereignisse

Den Personenschützern wird vorgeworfen, am 16. Mai auf Demonstranten losgegangen zu sein. Die Ausschreitungen ereigneten sich am Rande eines Besuchs Erdogans in Washington. Videomitschnitte zeigen, wie Sicherheitsleute brutal auf Demonstranten eintreten.

In einem Video ist zu sehen, dass Erdogan persönlich Zeuge der Ereignisse wird, sich aber nicht ins Geschehen einmischt. Elf Menschen wurden bei den Handgreiflichkeiten verletzt, neun davon mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Erdogan selbst übte in Ankara scharfe Kritik an den Haftbefehlen und warf den amerikanischen Sicherheitskräften vor, ihn nicht beschützt zu haben. Bei den nur 40 bis 50 Meter entfernten Demonstranten habe es sich um Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gehandelt.

Türkei bestellt US-Botschafter ein nach Streit um Leibwächter
tagesschau 17:00 Uhr, 16.06.2017, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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US-Parlament verurteilt Angriffe

Das US-Repräsentantenhaus verurteilte die Angriffe vergangene Woche und forderte eine Anklage der Verantwortlichen. Republikaner und Demokraten nahmen eine entsprechende Resolution einstimmig an. Darin heißt es: "Schwer bewaffnete türkische Sicherheitskräfte haben unbewaffnete Demonstranten geschlagen, getreten und gewürgt."

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art auf US-Boden. Unter anderem war Erdogans Bodyguards bereits bei seinem Washington-Besuch im April 2016 vorgeworfen worden, Journalisten beleidigt und Demonstranten misshandelt zu haben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juni 2017 u.a. um 05:30, 06:00 und 06:30 Uhr.

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