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Prügelattacke in Washington Haftbefehl gegen Erdogan-Leibwächter

Stand: 15.06.2017 22:12 Uhr

Einen Monat nach den gewaltsamen Angriffen auf Gegner des türkischen Präsidenten in Washington hat die US-Polizei Haftbefehle gegen zwölf Erdogan-Leibwächter erlassen. In Videos seien die Angreifer eindeutig zu identifizieren. Die Kritik aus Ankara kam prompt.

Die US-Justiz hat Haftbefehle gegen mehrere Leibwächter des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erlassen. Ihnen wird vorgeworfen, beim Besuch Erdogans in Washington im Mai gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen zu sein, wie der Polizeichef der US-Hauptstadt, Peter Newsham, mitteilte. Sie hätten friedliche kurdische Demonstranten vor der Residenz des türkischen Botschafters "brutal" angegriffen. Die zwölf Personen, unter ihnen auch drei türkische Polizisten, seien in Videoaufnahmen eindeutig identifiziert worden.

Die Ausschreitungen ereigneten sich am Rande eines Besuches Erdogans. Videomitschnitte zeigen, wie Sicherheitsleute brutal auf Demonstranten eintreten, selbst als diese bereits am Boden liegen. In einem Video ist zu sehen, dass Erdogan persönlich Zeuge der Ereignisse wird, sich aber nicht ins Geschehen einmischt. Elf Menschen wurden bei den Handgreiflichkeiten verletzt, neun davon mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Kritik aus Ankara

Erdogan übte in Ankara scharfe Kritik an den Haftbefehlen und warf den amerikanischen Sicherheitskräften vor, ihn nicht beschützt zu haben. "Was ist das für ein Gesetz, was ist das für eine Justiz?", empörte sich Erdogan. "Wenn diese Leibwächter mich nicht beschützen sollen, wozu soll ich sie dann mit mir nach Amerika nehmen?" Bei den Demonstranten habe es sich um Anhänger der kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gehandelt. Die amerikanische Polizei sei nicht gegen die Demonstranten eingeschritten. Das Außenministerium erklärte, die Haftbefehle seien falsch, parteiisch und entbehrten jeder rechtlichen Basis.

Ausschreitungen vor türkischer Botschaft in Washington (unkommentiert)
17.05.2017

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US-Parlament verurteilt Angriffe

Das US-Repräsentantenhaus verurteilte die Angriffe vergangene Woche und forderte eine Anklage der Verantwortlichen. Republikaner und Demokraten nahmen eine entsprechende Resolution einstimmig an. Darin heißt es: "Schwer bewaffnete türkische Sicherheitskräfte haben unbewaffnete Demonstranten geschlagen, getreten und gewürgt."

Es war nicht der erste Vorfall dieser Art auf US-Boden. Unter anderem war Erdogans Bodyguards bereits bei seinem Washington-Besuch im April 2016 vorgeworfen worden, Journalisten beleidigt und Demonstranten misshandelt zu haben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juni 2017 u.a. um 05:30 Uhr.

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