Schwere Überflutungen in Houston. | Bildquelle: AP

Debatte in den USA "Harvey" und der Klimawandel

Stand: 02.09.2017 02:12 Uhr

Stürme wüten immer wieder in den USA - doch macht der Klimawandel sie noch schlimmer? Nach dem verheerenden Hurrikan "Harvey" ist die Diskussion darum voll entbrannt. Denn: Wieso brachte "Harvey" so viel Regen mit sich?

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Die Debatte über den Klimawandel hat schon begonnen, auch wenn manche sich noch dagegen sperren. Kellyanne Conway zum Beispiel, Beraterin von US-Präsident Trump. Auf die Frage eines CNN-Moderators, ob man jetzt auch über Klimawandel und seine Folgen sprechen müsse, sagte Conway pikiert, sie versuchten, den Leuten zu helfen, deren Leben buchstäblich unter Wasser stehe - und der Moderator wolle über Klimawandel reden.

Andere sind schon kräftig eingestiegen in die Debatte, Senator Bernie Sanders zum Beispiel: "Es ist ziemlich dumm, nicht harte Fragen zu stellen - warum zum Beispiel in Houston mehr Regen gefallen ist, als jemals in der Erinnerung der Menschen."

Wissenschaftler stellen diese Fragen schon lange, ihre Antworten sind vorsichtig. Der Meteorologie-Professor Kerry Emanuel warnt vor einer direkten Verbindung von Hurrikan Harvey und dem Klimawandel: "Es gibt viele extreme Wetterereignisse - egal, ob sich das Klima ändert." Ein spezielles Ereignis dem Klimawandel zuzurechnen, sei nahezu unmöglich.

Sinkende Pegelstände offenbaren schwere Flut-Schäden in Texas
tagesschau 20:00 Uhr, 02.09.2017, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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In Zukunft "mehr extreme Ereignisse"

Die überwiegende Mehrheit der Klimaforscher geht aber davon aus, dass der Klimawandel und die Erderwärmung dazu führen können, dass es mehr Unwetter gibt, die härter ausfallen. Klimaforscher Radley Horton erklärt bei PBS: "Wenn man die Klimamodelle für die Zukunft berechnet, mit höheren Treibhausgas-Konzentrationen, sehen wir mehr extreme Ereignisse, mehr Hitzewellen, mehr schwere Regenfälle, mehr Überflutungen."

Die Untersuchungen von Hurrikan Harvey haben gerade erst begonnen. Eine seiner Besonderheiten: Er bewegte sich kaum vom Fleck, sondern hing über Tage über Houston fest. Es fehlte der Wind vom Golf, der ihn weiter trieb. Woran das liegt, ist unklar. Manche Wissenschaftler haben den Klimawandel in Verdacht, der das Klima in den Subtropen geändert hat.

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Überschwemmte Straßen in Houston: "Harvey" könnte zur teuersten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA werden.

Wärmere Ozeane Treibstoff für Hurrikane

Für ein anderes Phänomen gibt es eine Erklärung: Warum Harvey so viel Regen mitbringen konnte. Der Golf von Mexiko ist in den vergangenen Jahren wärmer geworden - so wie die Ozeane. Klimaforscher Horton erklärt: "Wenn die Ozeane wärmer werden, besonders an der Oberfläche, gibt es eine Quelle für warme, feuchte Luft. Das ist der grundlegende Treibstoff für Hurrikane."

Hinzu kommt, dass die Meeresspiegel weiter angestiegen sind, was die Probleme für Städte wie Houston, die auf Meeresniveau gebaut worden sind, noch erhöht. Wissenschaftler wie Marshall Shepherd von der Georgia University fordern darum schon länger, dass die Stadtplanung darauf Rücksicht nimmt. In Houston waren die Systeme mit dem vielen Regen sofort überfordert: "Wasser-Management, Straßen, Gebäude, die Planungen dafür gehen davon aus, dass die Regenmengen immer gleich bleiben. Wir sehen aber, dass die starken Regenfälle immer stärker werden. Das überlastet die Infrastruktur", so Shepherd.

Präsident Obama hatte neue Regeln unterschrieben, die besagten, dass beim Bau von Straßen und Brücken der Klimawandel und seine Folgen mit einkalkuliert werden müssten. Präsident Trump hat diese Regeln wieder gestrichen - wenige Tage, bevor Hurrikan Harvey Houston unter Wasser setzte.

Harvey und die Diskussion um Klimawandel in den USA
Jan Bösche, ARD Washington
01.09.2017 23:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. September 2017 um 18:28 Uhr.

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