Ex-Präsident Bill Clinton bei einem Wahlkampftermin in New Hampshire | Bildquelle: AP

Präsidentschaftswahl in den USA Bill Clinton steigt in den Wahlkampf ein

Stand: 05.01.2016 01:38 Uhr

In den USA beginnt langsam die heiße Phase des Wahlkampfs. Bis zu den ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire Anfang Februar bekommt die demokratische Kandidatin Hillary Clinton einen prominenten Wahlhelfer: Ehemann und Ex-Präsident Bill Clinton unterstützt seine Frau.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Schon vor Weihnachten hatte Hillary Clinton angekündigt, sie werde im neuen Jahr ihre "Geheimwaffe" im Wahlkampf einsetzen: Bill Clinton, der immer noch zu den populärsten Politikern in den USA gehört und im Ranking aller 43 Ex-Präsidenten derzeit einen beachtlichen achten Platz belegt.

Auf der Parteiversammlung der Demokraten 2012 war es Bill Clinton, der mit einer mitreißenden Rede die Amerikaner überzeugte, warum Barack Obama eine zweite Amtszeit verdient habe. Dennoch ist sein Einsatz im Wahlkampf von Ehefrau Hillary nicht unumstritten. Schließlich wollen die Amerikaner wissen, wer später im Weißen Haus wirklich das Sagen hat. Und so sah sich Hillary Clinton genötigt, vorab klarzustellen: "Ich kandidiere nicht für eine dritte Amtszeit meines Mannes, auch nicht für eine dritte Amtszeit von Barack Obama, sondern für meine erste Amtszeit."

Kritik vom linken Flügel 

Auch vom linken Parteiflügel der Demokraten und Hillarys innerparteilichem Konkurrenten Bernie Sanders kam Kritik. Ihnen ist Bill Clinton zu wirtschaftsnah und zu eng mit der Wall Street verbandelt. Vielleicht trat Bill Clinton deshalb auf seiner ersten Wahlkampfveranstaltung in New Hampshire bewusst zurückhaltend auf - also genau das Gegenteil des Testosteron-gesteuerten Donald Trump. "Ich bin ein glücklicher Großvater", sagte Clinton zur Begrüßung, "und über niemanden wütend".  

Bernie Sanders (li.) und Hillary Clinton während der TV-Debatte. | Bildquelle: REUTERS
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Bernie Sanders (li.) und Hillary Clinton während einer TV-Debatte im Dezember.

 

In sehr persönlichen Worten schilderte Bill Clinton, dass sich seine Frau stets für die Schwächeren in der Gesellschaft eingesetzt habe, ob als junge Anwältin oder als First Lady, als Senatorin oder als Außenministerin. Hillary sei die beste Wahl, wenn es um Wohlstand für alle und eine sichere Zukunft für Amerika gehe. Er glaube nicht, "dass es zu meinen Lebzeiten je einen Bewerber gab, der besser für dieses Amt qualifiziert war: um mit Wissen, Erfahrung und Temperament das zu tun, was jetzt getan werden muss."

Bill Clinton an die Front - Hillary setzt ihre Geheimwaffe ein

05.01.2016 10:18 Uhr

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 Von Flowers bis Lewinsky

Die Anspielung auf das richtige Temperament, das man als Präsident braucht, galt Donald Trump. Ansonsten ging Bill Clinton nicht auf dessen jüngste Verbalattacken ein. Trump hatte sich in den vergangenen Tagen beklagt, er werde von Hillary Clinton als sexistisch und frauenfeindlich angegriffen: "Dabei ist ihr Mann einer der größten Frauenschänder der Welt."

Von Gennifer Flowers bis Monica Lewinsky - Donald Trump kramt die alten Affären  von Bill Clinton wieder aus und will damit bei der republikanischen Basis punkten. Eine Strategie, die viele Experten für gefährlich halten. Schließlich war auch Trump im Laufe seiner drei Ehen nicht immer ein treuer Mustergatte. Und 1999, auf dem Höhepunkt des Lewinsky-Skandals, geißelte der Immobilien-Milliardär das Amtsenthebungsverfahren der Republikaner als völlig übertrieben.

Bill will "First Spouse" werden

Bill Clinton kann also gelassen bleiben und weiter augenzwinkernd dafür werben, dass endlich mal keine First Lady, sondern erstmals ein "First Spouse" ins Weiße Haus einzieht. Er sei es echt leid, scherzt er, dass das Amt des Ersten Gatten immer von Frauen beansprucht wurde. 

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Hillary Clinton: Eine politische Karriere in Bildern

Hillary Clinton

Hillary Diane Rodham wird 1947 in Chicago als Tochter eines Textilunternehmers geboren. Sie studiert am Elite-College Wellesley, wo sie 1969 als erste Studentin die Rede bei der Abschlussfeier hält. Dieses Foto zeigt sie als Dreijährige. | Bildquelle: picture alliance / Newscom

Dieser Beitrag lief am 05. Januar 2016 um 05:45 Uhr im Deutschlandfunk.

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