Eine Flagge von Nordkorea | Bildquelle: REUTERS

China im Nordkorea-Konflikt Vorsicht mit Worten und Taten

Stand: 11.08.2017 14:21 Uhr

Im UN-Sicherheitsrat hat China die neuen Sanktionen gegen Nordkorea mitgetragen, sich ansonsten aber zurückgehalten. Jetzt rief die Führung in Peking die USA und Nordkorea zur Mäßigung auf. Vorsicht sei angebracht - mit Worten und mit Taten.

Nach Tagen des Schweigens hat sich China nun doch in der Nordkorea-Krise zu Wort gemeldet. Washington und Pjöngjang sollten "vorsichtig" mit Worten und Taten umgehen, erklärte das Außenministerium in Peking. Es rief die beiden Konfliktparteien dazu auf, "die Spannungen abzubauen". "Demonstrationen der Stärke" seien nicht angebracht.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit einer neuen Drohung auf Nordkoreas Angriffswarnung reagiert. "Nordkorea sollte sich lieber zusammenreißen, sonst wird es Ärger kriegen wie nur wenige Staaten zuvor", sagte er. Nordkorea sollte "sehr nervös" sein, selbst wenn es einen Angriff auf die USA nur erwäge. Und er ermahnte China zum wiederholten Mal, zur Lösung des Konflikts beizutragen: "Ich denke, China kann sehr viel mehr tun".

Neue Sanktionen, aber ansonsten Zurückhaltung

China hatte vor rund einer Woche im UN-Sicherheitsrat für die neuen Sanktionen gestimmt. Der ohnehin schon geringe Handel zwischen China und Nordkorea wird damit weiter zurückgefahren. Die Staatsführung hielt sich aber ansonsten mit einer Bewertung der verschärften Situation zurück. Das liegt zum einen daran, dass sich Chinas Polit-Elite derzeit nahezu geschlossen auf Sommerklausur im Badeort Beidaihe befindet und von dort fast nichts nach außen dringt.

Zweitens fährt China schon immer den Kurs, dass es sich in Sachen Außenpolitik und Diplomatie grundsätzlich zurückhaltend äußert. Die Volksrepublik hat sich in der Vergangenheit immer die Einmischung in ihre eigenen Angelegenheiten verbeten. Im Gegenzug engagierte sie sich auch bei internationalen Konflikten wenig. Auch in den chinesischen Medien ist der sich zuspitzende Konflikt zwischen den USA und Nordkorea momentan kein großes Thema.

Tourist an der chinesisch-nordkoreanischen Grenze in der Grenzstadt Dandong | Bildquelle: AFP
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China und Nordkorea sind direkte Nachbarn. Über den Grenzfluss Yalu führt die "Brücke der Freundschaft".

China kritisiert US-Manöver im Südchinesischen Meer

Deutlichere Worte richtete China in einer anderen Sache an die USA: Das Außenministerium kritisierte ein US-Marinemanöver im Südchinesischen Meer. Der US-Zerstörer "USS John S. McCain" habe gegen chinesisches und internationales Recht verstoßen und die Souveränität und Sicherheit der Volksrepublik ernsthaft beeinträchtigt, erklärte er. Peking wolle offiziell in Washington Protest einlegen.

Das US-Kriegsschiff war bis auf sechs Seemeilen an eine von China künstlich aufgeschüttete Insel in dem Seegebiet herangefahren. Das Riff zählt zu den umstrittenen Spratly-Inseln, die von China und mehreren Nachbarstaaten beansprucht werden.

Ein US-Beamter sagte der Nachrichtenagentur AFP, eine chinesische Fregatte habe mindestens zehn Warnungen an die "USS McCain" ausgesendet. Die Besatzung des US-Schiffs habe daraufhin erklärt, es handele sich um einen "Routineeinsatz in internationalen Gewässern". Es war bereits das dritte derartige US-Manöver seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar.

Mit Informationen von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. August 2017 um 07:29 Uhr.

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