Bomber der US-Air-Force Typ B-1B | Bildquelle: REUTERS

Nordkoreas Raketentest Trump lässt Bomber über Südkorea fliegen

Stand: 30.07.2017 11:14 Uhr

Pjöngjang provoziert und der US-Präsident reagiert: Nach Nordkoreas erneutem Raketentest hat Donald Trump zwei Bomber in den südkoreanischen Luftraum geschickt. China verhalte sich zu passiv in dem Konflikt, kritisierte Trump.

Nach dem Test einer Interkontinental-Rakete in Nordkorea am Freitag hat US-Präsident Donald Trump zwei Air-Force-Bomber über der koreanischen Halbinsel fliegen lassen. Die Bomber vom Typ B-1B starteten in Texas, überflogen den japanischen Luftraum und wurden über der Halbinsel von südkoreanischen Kampfjets begleitet. Der Einsatz dauerte etwa zehn Stunden.

Appell an China

Bisher hatten die USA mit Wirtschaftssanktionen und der Entsendung von Flugzeugträgern auf die atomaren Drohgebärden Nordkoreas reagiert. Trump appellierte außerdem erneut an China, den einzigen wichtigen Verbündeten des isolierten Staates, Diktator Kim Jong Un zur Räson zu bringen.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I am very disappointed in China. Our foolish past leaders have allowed them to make hundreds of billions of dollars a year in trade, yet...
Donald J. Trump @realDonaldTrump
...they do NOTHING for us with North Korea, just talk. We will no longer allow this to continue. China could easily solve this problem!

"Ich bin von China sehr enttäuscht", erklärte Trump am Samstag auf Twitter. Seine Amtsvorgänger hätten Handel mit der Volksrepublik im Volumen von Hunderten Milliarden Dollar jährlich erlaubt. Dennoch hätten die Chinesen mit Blick auf Nordkorea nichts für die USA getan. "Das werden wir nicht länger zulassen. China könnte dieses Problem leicht lösen."

"Auf das Schlimmste vorbereitet"

Ein Kommandeur der Air Force sagte, Nordkorea bliebe die größte Bedrohung für die Region. Zwar setze man weiterhin auf Diplomatie, doch die USA seien sich auch ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Verbündeten bewusst und würden sich auch auf das Schlimmste vorbereiten.

Die Rakete, die Norkorea am Freitag getestet hatte, könnte Experten zufolge nicht nur die US-Bundesstaaten Alaska und Hawaii, sondern auch die Westküste des amerikanischen Festlands und damit Städte wie San Francisco und Los Angeles erreichen. Die Aktion stieß international auf Kritik. Auch China hatte sich distanziert.

Es war der zweite Raketentest innerhalb eines Monates: Schon am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, war eine Version der Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14 abgefeuert worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juli 2017 um 23:00 Uhr.

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