Die USS Michigan | Bildquelle: AFP

Neue US-Atomstrategie China wittert "Kalter-Krieg-Mentalität"

Stand: 04.02.2018 10:00 Uhr

Moskau wettert gegen anti-russische Klischees, und Peking erkennt altes Denken: Auch China kritisiert die neue US-Atomstrategie vehement. Die US-Administration solle ihre Kalter-Krieg-Mentalität ablegen.

China hat die Darstellung der Volksrepublik in einem neuen Bericht der US-Regierung zur künftigen Atomstrategie des Landes kritisiert. Chinas militärische Aktivitäten seien rein defensiv und würden in dem Bericht hochgespielt. Die nukleare Schlagkraft befinde sich lediglich auf einem "Minimalniveau", das für die Sicherheit des Landes nötig sei, teilte das chinesische Verteidigungsministerium mit.

Die Haltung der USA wurde als Mentalität aus dem Kalten Krieg kritisiert, die hoffentlich aufgegeben werde. In der Stellungnahme forderte die chinesische Regierung die Vereinigten Staaten auf, ihrer besonderen und bisher gültigen Verantwortung gerecht zu werden und atomar abzurüsten.

Die US-Regierung hatte am Freitag eine neue Einsatzstrategie für Atomwaffen vorgelegt und dabei Russland, aber auch China als Bedrohungen eingestuft. Als Konsequenz will die US-Regierung ihr Atomwaffenarsenal modernisieren und dabei unter anderem kleinere Sprengköpfe entwickeln.

Die "USS Michigan" ist in Busan eingetroffen. | Bildquelle: AFP
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U-Boote wie die "USS Michigan" transportieren Atomsprengköpfe, die verkleinert werden sollen.

Auch Russland reagiert empört

Zuvor hatte bereits die russische Regierung das Papier aus dem US-Verteidigungsministerium scharf kritisiert. Der "kriegerische und antirussische Charakter" des Dokuments springe bei der ersten Lektüre ins Auge, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Es strotze vor "antirussischen Klischees".

Es sei der Versuch der USA, Russlands "Notwehrrecht in Frage zu stellen" und die eigene Verantwortung für die Verschlechterung der internationalen und regionalen Sicherheitslage auf andere abzuwälzen.

Russland versichere, seine Verpflichtungen bezüglich aller internationaler Verträge einzuhalten und sei trotz allem bereit, mit Washington zugunsten einer "stabilen Beziehung" und des "Erhalts der strategischen Stabilität" zusammenzuarbeiten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Februar 2018 um 09:00 Uhr.

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