Donald Trump | Bildquelle: AFP

Angriff auf "Islamischen Staat" Trump lobt den Abwurf der Mega-Bombe

Stand: 14.04.2017 07:03 Uhr

"Eine sehr, sehr erfolgreiche Mission" - US-Präsident Trump hat den von ihm angeordneten Einsatz der "Mutter aller Bomben" gegen den IS in Afghanistan gelobt - es gab 36 Todesopfer. Wollte er mit dem Angriff auch ein Signal an Nordkorea senden?

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Nach den zahlreichen Kehrtwenden in seiner Außenpolitik konnte US-Präsident Donald Trump diesmal die Umsetzung eines seiner Wahlversprechen verkünden. Im Wahlkampf hatte er stets versprochen, den Kampf gegen die Terrormilizen des "Islamischen Staats" viel entschlossener und härter als Barack Obama zu führen. Wörtlich hatte Trump angekündigt: "Ich werde den IS zur Hölle bomben!"

Ob ihm dies im Osten Afghanistans nun gelungen ist, wird noch mit Aufklärungsflügen ermittelt. Es ist jedoch wahrscheinlich. Denn die mit elf Tonnen Sprengstoff größte Bombe im Arsenal des US-Militärs entfaltet nach ihrer Explosion eine enorme Druckwelle. Sie zerstört auch Höhlen und Tunnelsysteme tief unter der Erde. Laut afghanischen Angaben wurden 36 IS-Kämpfer getötet.

US-Luftangriff in Afghanistan
tagesschau 11:00 Uhr, 14.04.2017, Volker Steinhoff, ARD Washington

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"Diese Schockwelle ist unglaublich"

Die vor 15 Jahren entwickelte Bombe ist mehrere Meter groß und kann nicht - wie andere Bomben - durch eine Bodenluke abgeworfen werden. Stattdessen muss sie über eine spezielle Rampe aus dem Frachtraum des Flugzeugs rutschen. Ihr Ziel finde sie mit GPS, erklärte Ex-General Barry McCaffrey im Sender NBC: "Die Schockwelle dieser Bombe ist unglaublich. Es fühlt sich wie ein Erdbeben an und bringt sogar unterirdische Höhlen zum Einsturz."

Weder unter George W. Bush noch unter Barack Obama war die im Militärjargon "Mutter aller Bomben" genannte Waffe eingesetzt worden. Dass sie nun in seiner Amtszeit erstmals abgeworfen wurde, sieht Trump als klares Signal: "Wenn Sie sich ansehen , was in den vergangenen acht Wochen passiert ist und vergleichen es dann mit den vergangenen acht Jahren - dann sehen Sie einen enormen Unterschied!"

Im Klartext: Anders als sein Vorgänger Obama werde er nicht lange zögern, IS-Kämpfer zu vernichten. Den erstmaligen Einsatz der Bombe lobte Trump anschließend als "sehr, sehr erfolgreiche Mission".

GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast | Bildquelle: picture-alliance / DoD
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Die riesige Bombe - hier auf einem Archivbild - wurde erstmals 2003 getestet und ist der größte nichtatomare Sprengsatz, den die US-Streitkräfte je einsetzten. Sie wird per GPS zum Ziel geführt und gilt als besonders effektiv, wenn weit verzweigte Ziele am Boden oder direkt unter der Erdoberfläche getroffen werden sollen.

Botschaft an Kim?

In mehreren US-Medien hieß es, die Monster-Bombe habe nicht nur den "Islamischen Staat" abschrecken sollen. Trump habe damit auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un eine deutliche Warnung geschickt: "Auch Du bist in Deinen unterirdischen Bunkern nicht sicher!"

Trump wolle von Beginn an Härte demonstrieren, meint Harvard-Professor David Gergen, der früher die Präsidenten Ronald Reagan und Bill Clinton beriet: "Politisch ist das Signal an die Welt: Wir haben einen neuen Sheriff! Und egal, ob es gut oder schlecht ist: Er wird härter und muskulöser sein."

Dazu passt auch ein Bericht des Senders NBC, wonach sich das US-Militär auf einen vorbeugenden Luftangriff gegen Nordkorea vorbereitet - und zwar für den Fall, dass Kim Jong Un in den nächsten Tagen einen weiteren Atomtest vornimmt. Trump hat China aufgefordert, dies zu verhindern. Aber gleichzeitig schickte er zwei US-Zerstörer mit Marschflugkörpern Richtung Korea. Den NBC-Bericht dementierte die US-Regierung inzwischen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. April 2017 um 20:00 Uhr.

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