TV-Debatte der US-Republikaner | Bildquelle: AFP

Präsidentenwahlkampf in den USA nimmt Fahrt auf Erstes Etappenziel: 1. Februar

Stand: 02.01.2016 05:10 Uhr

Die USA bestimmen zwar erst Ende des Jahres ihren 45. Präsidenten, doch der Wahlkampf ist bereits in vollem Gange. Während bei den Demokraten viel für eine Kandidatur Hillary Clintons spricht, ist bei den Republikanern noch alles offen. In einem Monat gibt es die erste wichtige Entscheidung.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Im Sommer wird Hillary Clinton zum zweiten Mal Großmutter. Ob Zufall oder Timing, das wissen wohl nur die glücklichen Eltern, aber schon das erste Clinton Enkelkind hat es in den US-Wahlkampf geschafft: "Als ich zum ersten Mal Großmutter wurde, habe ich viel über die Zukunft meiner Enkeltochter nachgedacht", sagte Hillary Clinton.

Noch herrscht in den USA erst der Vorwahlkampf. Das heißt, die Amerikaner werden in den kommenden Monaten erst entscheiden, wer für die Demokraten und wer für die Republikaner ins Rennen geht. Clinton hat jedenfalls keinen Herausforderer, den sie ernsthaft fürchten muss. Eines kann man also jetzt schon sagen: Wenn sie keine großen Fehler macht, wird sie die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten.

Hillary Clinton besucht ein Eiscafé in Las Vegas | Bildquelle: AP
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Wahlkampf im Eiscafé: Nach ihrem Auftritt bei einer TV-Debatte der US-Demokraten in Las Vegas machte Hillary Clinton einen Stopp in einem Eiscafé.

Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung | Bildquelle: AP
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Donald Trump liegt bei den republikanischen Wählern zwar vorn - hat aber in der Wählerschaft insgesamt wohl kaum Chancen.

Trump - oder doch nicht?

Viel spannender geht es bei den Republikanern zu. Nach den Umfragen müsste es eigentlich Donald Trump werden. 30 Prozent der republikanischen Wähler würden ihm ihre Stimme geben. Das bedeutet aber auch, dass eine große Mehrheit der Amerikaner ihn immer noch ablehnt.

Wahlforscher in den USA gehen derzeit davon aus, dass er acht Prozent der Stimmen holen würde, wenn heute Wahl wäre. Dennoch ist sein Erfolg eine Riesenüberraschung für einen Mann, der zuvor nur mit Immobilien, Frauen, Fernsehshows und seiner Frisur Schlagzeilen gemacht hat und versichert: "Ich trage kein Toupet."

Donald Trump hat die Republikaner zutiefst erschüttert. Kann die Partei wirklich einen Kandidaten aufstellen, der Frauen und Ausländer beleidigt und sagt: "Ich, Donald J. Trump, fordere ein totales Verbot für Muslime, in die USA einzureisen"? Von Jeb Bush, dem Bruder von George W. Bush, hört man jedenfalls nicht mehr viel. Mögliche Konkurrenten für Trump sind der noch junge Senator Marco Rubio und Ted Cruz, ein erzkonservativer Republikaner aus Texas.

Markige Sprüche für schlichte Gemüter

Wahlforscher sehen für den Erfolg von Donald Trump mehrere Gründe: Er hat einen hohen Unterhaltungswert, spricht eine einfache Sprache und greift die Ängste der weißen Mittelschicht in den USA auf, ähnlich wie die rechten Strömungen in Europa.

Dabei spielt ihm die Angst vor Terroranschlägen in die Hände. Der Kampf gegen den IS ist zum zentralen Wahlkampfthema geworden und hat innenpolitische Themen wie die Wirtschaft oder die Homo-Ehe in den Hintergrund gedrängt. Trump bietet einfache Antworten zu komplizierten Themen. Zum Kampf gegen den IS fällt ihm ein: "I’ll bomb the shit out of him."

Erste Entscheidung im Februar

Das entscheidende Datum wird der 1. Februar sein. Dann findet die erste Vorwahl in Iowa statt, und man wird wissen, wie viele Amerikaner dem Politikaußenseiter tatsächlich ihre Stimme geben. Der Parteitag im Sommer entscheidet dann, wer gegen Hillary Clinton antritt und dann geht der Kampf ums Weiße Haus erst richtig los.

Ausblick auf den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016
Sabrina Fritz, ARD-Hörfunkstudio Washington
02.01.2016 00:08 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 02. Januar 2016 um 07:23 Uhr im Deutschlandradio Kultur.

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