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Mitt Romney und Barack Obama bei ihrem 3. TV-Duell.

Letztes TV-Duell vor US-Wahl

Obama greift Romney scharf an

US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney sind in der Nacht zum dritten und letzten Mal in einem Rededuell aufeinander getroffen. Im Mittelpunkt stand die Außenpolitik.

Gleich zu Beginn der Debatte in Boca Raton im US-Staat Florida gab sich Obama aggressiv, aufmerksam und streitbar: "Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung zu etwas vorlegen, liegen Sie falsch", hielt er Romney vor. Dieser entgegnete, dass "Angriffe gegen mich keine Agenda" im Umgang mit einer gefährlichen Welt seien. Zum Auftakt des TV-Duells versuchte Romney seinem Rivalen den außenpolitischen Wind aus den Segeln zu nehmen, indem er ihm zur Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden gratulierte.

Romney fordert "breit angelegte Strategie"

Gleichzeitig schränkte Romney ein, dass Töten allein nicht ausreiche. "Wir brauchen eine breit angelegte Strategie", forderte der Republikaner. So habe der Präsident es versäumt, mit einer stimmigen Politik auf die Umwälzungen im Nahen Osten zu reagieren. Trotz vielversprechender Anfänge sei der Sturz despotischer Regime in Ägypten, Libyen und andernorts im vergangenen Jahr in "zunehmendem Chaos" gemündet.

Zudem habe der Amtsinhaber nicht genügend getan, um den Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern. Obama retournierte indes mit einem Verweis auf seine außenpolitischen Verdienste. Er habe den Krieg im Irak beendet, die US-Truppen seien überdies auf dem Weg zu einem Rückzug aus Afghanistan. Er werde die für den tödlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi verantwortlichen Täter zur Rechenschaft ziehen, erklärte Obama weiter.

Obama wirft Romney rückwärtsgewandte Außenpolitik vor

Zudem warf er seinem Herausforderer eine rückwärtsgewandte Außenpolitik vor: Die Vorschläge Romneys seien so überholt, dass "die 1980er jetzt ihre Außenpolitik zurückfordern". Sein Rivale sei bislang nicht in der Position gewesen, den Gang der Außenpolitik zu gestalten, erklärte Obama.

Barack Obama und Mitt Romney
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Zum letzten Mal vor der Wahl am 6. November trafen Obama (li.) und Romney aufeinander.

Romney entgegnete, dass seine Strategie "ziemlich geradlinig" sei: "Jagt die bösen Jungs." Im Laufe der Debatte schweiften die beiden Kandidaten vom vorgegebenen Thema der Außenpolitik ab und wandten sich der maroden Wirtschaftslage zu. Romney sprach von seinem Fünf-Punkte-Plan für Jobs und Konjunktur, Obama von seinen Plänen zu Neueinstellungen im Bildungssektor.

Romney: Harte Gangart mit China

Zu einem harten Schlagabtausch kam es auch beim Thema China. Romney versprach eine harte Gangart etwa gegen Währungsmanipulationen Pekings sowie gegen unfairen Handel. Obama betonte, er betrachte China als Partner, solange es sich an die Regeln halte.

Für die Kandidaten steht viel auf dem Spiel: Es ist es die letzte Möglichkeit, im Fernsehen vor einem Millionenpublikum zu punkten und unentschlossene Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Nur zwei Wochen vor der Wahl liegen Obama und Romney in Umfragen nahezu gleichauf. Während Romney nach Meinung von Zuschauern die erste Redeschlacht am 3. Oktober für sich entscheiden konnte, ging die zweite Runde am 16. Oktober an Obama.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Oktober 2012 um 07:00 Uhr

Stand: 23.10.2012 05:24 Uhr

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