TV-Debatte der US-Republikaner | Bildquelle: AFP

TV-Debatte der US-Republikaner "Ein Chaos-Kandidat"

Stand: 16.12.2015 07:27 Uhr

Die Sicherheit der USA hat die letzte TV-Debatte der republikanischen Präsidentschaftsbewerber dominiert. Donald Trump wiederholte seine umstrittene Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime - und goss weiter Öl ins Feuer.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Donald Trump fühlte sich durch die jüngsten Terroranschläge von San Bernardino und Paris in in seinen Befürchtungen bestätigt. Amerika sei unter Präsident Barack Obama führungsschwach und radikalen Islamisten schutzlos ausgeliefert. Deshalb bekräftigte Trump seine umstrittene Forderung nach einem Einreiseverbot für Muslime in die USA.

"Ein Chaos-Kandidat"

Das sei kontraproduktiv und unseriös, kritisierte der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush. Ein Einreiseverbot für Muslime würde die Verbündeten in der Arabischen Welt verprellen. "Donald ist großartig, wenn es um Schlagzeilen geht. Aber er ist ein Chaos-Kandidat und er wäre ein Chaos-Präsident. Er wäre nicht der Oberbefehlshaber, den wir brauchen, um unser Land zu schützen."

TV-Debatte der Republikaner
ARD-Morgenmagazin, 16.12.2015, Sandra Ratzow, ARD Washington

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Jeb Bush trat diesmal kämpferischer auf als in den bisherigen TV-Debatten. Mehrfach griff er Trump frontal an. Der allerdings wehrte sich und bekräftigte auch seine Forderung, die von IS-Terroristen genutzten Bereiche des Internet sperren zu lassen: "Leute, die uns und unsere Nation töten wollen, will ich - verdammt noch mal - nicht unser Internet benutzen lassen." Ebenso hätte er keine Probleme damit, die Familienangehörigen von IS-Terroristen töten zu lassen, betonte Trump.

Andere Präsidentschaftsbewerber wie der Senator aus Kentucky, Rand Paul, kritisierten dies als Verstoß gegen die amerikanische Verfassung: "Wenn sie die Familien von Terroristen töten, dann verstoßen sie gegen die Genfer Konvention und missachten alle Normen, die Amerika ausmachen."

Trump will nicht als unabhängiger Kandidat antreten

Trump wiederum warf seinen republikanischen Konkurrenten, insbesondere Bush, Schwäche vor: "Wir brauchen Härte und Stärke. Und wenn wir die nicht bald wieder erlangen, werden wir immer schwächer. Das dürfen wir nicht zulassen." Also Trump gegen alle anderen? Nicht wirklich: Gegen Ende der Debatte betonte Trump seine Treue zur Republikanischen Partei. Er werde nicht als unabhängiger Kandidat antreten, versicherte er.

Donald Trump | Bildquelle: AFP
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Trump wird antreten -aber nicht als unabhängiger Kandidat.

Fazit: Bush kämpfte diesmal energischer und konnte Boden gut machen. Auch die beiden Senatoren Ted Cruz und Marco Rubio lieferten sich mehrfach Wortgefechte. Sie hoffen als Zweit- und Drittplatzierte in den Umfragen Trump an der Spitze abzulösen. Nur in einem waren sich alle Kandidaten einig: Jeder Republikaner wäre besser im Weißen Haus als Barack Obama und Hillary Clinton.

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