James Mattis bei seiner Anhörung im US-Senat. | Bildquelle: REUTERS

Anhörungen im US-Senat Kandidaten mit eigenen Ansichten

Stand: 13.01.2017 11:39 Uhr

Trumps Kabinettskandidaten müssen sich in Anhörungen dem US-Senat stellen. Dabei zeigt sich: Der designierte Verteidigungsminister und der mögliche zukünftige CIA-Chef haben in Sachen Russland andere Ansichten als Trump.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Der künftige CIA-Chef Mike Pompeo und der künftige amerikanische Verteidigungsminister James Mattis sind in wichtigen Fragen unterschiedlicher Meinung zu Donald Trump. Besonders deutlich wurde dies beim Verhältnis zu Russland. Im Gegensatz zu Trump sehen sie in Moskau keine neuen Verbündeten.

"Wir haben eine lange Liste an Versuchen, positiv mit Russland umzugehen. Und wir haben eine kurze Liste mit Erfolgen", so der designierte amerikanische Verteidigungsminister James Mattis bei der Anhörung durch Senatoren. Das Wichtigste sei, dass man gegenüber Putin realistisch sei; dieser versuche die NATO zu spalten.

Mattis sprach sich ausdrücklich für das westliche Verteidigungsbündnis aus. Wenn es die NATO nicht schon gebe, müsste man sie erfinden. Sie sei ein Garant für den Frieden.

Mattis sieht Frieden stark bedroht

Auf die Frage, ob denn die NATO-Mitglieder unterschiedlichen Schutz bekämen, je nachdem, wie viel Geld sie einzahlen, sagte Mattis: "Wir stehen zu Artikel fünf." Dieser besagt: Wenn ein Mitglied der NATO angegriffen wird, wird es von der gesamten Allianz verteidigt.

Mattis sieht derzeit die größte Bedrohung für den Frieden seit dem Zweiten Weltkrieg. Als Gründe nannte er den "Islamischen Staat" (IS), die Expansion der Chinesen im südchinesischen Meer und Russland.

Ähnlich äußerte sich auch Mike Pompeo, den sich Trump für das Amt des CIA-Chefs ausgesucht hat: "Russland hat immer wieder bewiesen, dass es aggressiv ist - durch den Einmarsch in der Ukraine, die Drohungen gegen Europa. Und Russland hat nichts getan, um den IS zu zerstören."

Pompeo erklärte noch einmal, er sei sich sehr sicher, dass Russland die E-Mails von führenden Demokraten geklaut und veröffentlicht hat. Er verlangt angemessene Reaktionen von Washington.

Neuer CIA-Chef hat schwierigen Job

CIA-Chef Mike Pompeo | Bildquelle: AP
galerie

CIA-Chef Mike Pompeo

Sollte Pompeo bestätigt werden, hätte er einen schwierigen Job. Denn Trump hat wiederholt die Arbeit der Geheimdienste kritisiert, ihre Informationen öffentlich als nicht sicher dargestellt. Vor allem, wenn es um Berichte aus Russland ging.

Beide, der designierte CIA-Chef und der designierte Verteidigungsminister, sagten bei der Anhörung, sie würden keine Folter anwenden, so wie sie Trump im Wahlkampf immer mal wieder ins Spiel gebracht hatte.

Mattis, der auch den Spitznamen "Mad Dog" - "Tollwütiger Hund" trägt, war über 40 Jahre aktiver Soldat. Er leitete Einsätze in Afghanistan und im Irak. Der 66-Jährige verließ das Militär erst vor vier Jahren und braucht deshalb eine Sondergenehmigung durch den Kongress, da Verteidigungsminister die Uniform mindestens sieben Jahre abgelegt haben müssen. Diese Vorschrift soll die friedlichen Aufgaben des Verteidigungsministeriums unterstreichen.

1/24

Trumps zukünftiges Team

Rex Tillerson

Rex Tillerson wird neuer Außenminister. Der 64-Jährige besitzt keinerlei politische Erfahrung, verfügt aber als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil über weltweite Geschäftskontakte, unter anderem nach Russland. In der Anhörung im Senat ging er - anders als Trump - auf Distanz zu Moskau: Russland stelle eine Gefahr dar, sei aber nicht unberechenbar. | Bildquelle: REUTERS

Künftiger Verteidigungsminister und CIA-Chef auf Konfrontationskurs zu Trump
S. Fritz, ARD Washington
13.01.2017 11:39 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Januar 2017 um 06:16 Uhr

Darstellung: