Demonstranten protestieren mit Schildern gegen die US-amerikanische Einwanderungspolitik | Bildquelle: AP

Protest gegen US-Einwanderungspolitik "Familien gehören zusammen"

Stand: 01.07.2018 01:29 Uhr

Zehntausende US-Amerikaner haben in allen Teilen des Landes gegen die Einwanderungspolitik von US-Präsident Trump demonstriert. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Familientrennungen an der Grenze zu Mexiko.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Tausende protestieren auf dem Lafayette Platz vor dem Weißen Haus. Einige Demonstranten suchen im Schatten der Bäume Schutz vor der Sommerhitze. John ist mit seiner Frau Emilia und der kleinen Tochter Clair gekommen. "Amerika bietet unseren Familien jede Menge Möglichkeiten", sagt er. "Wir verwehren sie aber anderen Familien, das ist verkehrt. Deshalb wollen wir, dass unsere Stimme gehört wird."

So wie John in Washington sind US-Amerikaner in Atlanta, in Minneapolis und Los Angeles auf die Straße gegangen. Der Protest richtet sich gegen die "Null-Toleranz-Politik" der Trump-Administration. Die Demonstranten verlangen, dass Einwanderer, die ohne gültige Papiere in die USA kommen, nicht länger angeklagt werden. Eltern und Kinder, die bereits getrennt worden sind, sollen sofort wieder zusammenkommen.

Landesweite Proteste in den USA gegen Trennung von Migrantenfamilien
tagesschau 20:00 Uhr, 01.07.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Tweets vom Golfplatz

Auf den Plakaten in Washington ist zu lesen, "Familien gehören zusammen". Und dass Einwanderer von Amerika träumen, sei kein Verbrechen, sagt ein Demonstrant. "Ich verstehe nicht einmal", fügt er hinzu, "warum wir eine solche Debatte führen müssen."

Andrew, so sein Name, ist in Miami aufgewachsen und kubanischer Abstammung. Seine Familie ist in die USA eingewandert, deshalb unterstützt er den Protest. Er sagt, er versuche zu verstehen, was sich in den Vereinigten Staaten verändert hat. Seine Verwunderung teilt er mit Millionen liberalen US-Amerikanern.

Vom Golfplatz in New Jersey aus twittert Trump, wer illegal ins Land komme, müsse sofort zurückgeschickt werden ohne jahrelange juristische Winkelzüge. Ein solches Vorgehen würde allerdings gegen die Verfassung verstoßen. Doch Recht zu haben - das reicht in den USA nicht mehr aus.

Demonstranten halten vor dem Weißen Haus Schilder hoch. | Bildquelle: AP
galerie

So wie hier vor dem Weißen Haus in Washington demonstrierten Hunderttausende Amerikaner gegen die strikte Einwanderungspolitik der Trump-Administration.

Demonstranten stoßen auf andere Demonstranten

Auch Abtreibungsgegner sind vor das Weiße Haus gezogen. Ihre Plakate zeigen Holocaust-Bilder. Die Aufnahmen sollen Vergleiche zu abgetriebenen Föten darstellen. Ein Demonstrant, der gegen die Einwanderungspolitik des US-Präsidenten protestiert, brüllt auf eine Gruppe von Abtreibungsgegnern ein. Die Auseinandersetzung ist laut und emotional. Und sie zeigt, dass nicht alle Amerikaner mit der Politik des Präsidenten unzufrieden sind. Für viele war es ein Erfolg, dass der Oberste Gerichtshof in dieser Woche die Einreisebeschränkungen für Bürger aus sechs mehrheitlich muslimischen Ländern bestätigt hat.

"Generell wissen die Leute, dass Asyl und Einwanderung etwas Gutes für das Land ist", sagt Andrew. "Aber vielleicht ist für manche Menschen die Loyalität zum Präsidenten und dessen Politik wichtiger."

Unüberbrückbare Gräben

Wie wollen die USA jemals wieder die Gräben überwinden? Emilia schaut ihren Mann John an, dann die Tochter. Die Antwort fällt ihr nicht leicht. "Wir versuchen, offen miteinander zu reden.", sagt sie. "Vor allem mit Mitgliedern der Familie, die anderer Meinung sind. Einfach offen sein und mit Menschen reden." Eine respektvolle Debatte sei so wichtig, ergänzt John. Aber gleichzeitig so selten. "Selbst wenn wir überzeugt sind, macht das die Meinung der anderen nicht weniger wertvoll."

Doch statt Respekt und Gelassenheit walten zu lassen, wird die Debatte über Einwanderer in den Wochen vor der Kongresswahl nur noch weiter angeheizt. Bei der Demonstration in Washington hat die Feuerwehr wegen der großen Hitze mit einem Löschwagen das Wasser angestellt. Ein feiner Nebel geht über den Demonstranten an einer Ecke des Platzes nieder. Das reicht nicht. Das ganze Land bräuchte dringend eine Abkühlung.

USA: Tausende protestieren gegen Null-Toleranz-Politik der Trump-Administration
Torsten Teichmann, ARD Washington
01.07.2018 00:20 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete am 01. Juli 2018 die tagesschau um 00:56 Uhr und MDR aktuell Radio um 06:11 Uhr.

Darstellung: