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Bei Protesten wegen hoher Arbeitslosigkeit und ausbleibender Investitionen sind in Tunesien am Wochenende insgesamt 14 Menschen ums Leben gekommen, wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP unter Berufung auf offizielle Stellen meldete.
[Bildunterschrift: Dieser junge Mann wurde bei Protesten in der Nähe der Stadt Sidi Bouzid verletzt ]
Die tödlichen Auseinandersetzungen mit der Polizei fanden demnach in den Städten Thala, Kasserine und in der Nähe von Sidi Bouzid statt. Zudem habe es neun Verletzte gegeben. Ein Oppositionsführer sprach sogar von 20 Demonstranten, die in Thala und Kasserine von den Sicherheitskräften erschossen worden seien. Ahmed Nejib Chebbi von der Oppositionspartei PDP rief den autoritär regierenden Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali auf, umgehend den Einsatz von Waffengewalt zu beenden und das Demonstrationsrecht der Bürger zu respektieren.
Seit sich am 17. Dezember ein 26-jähriger arbeitsloser Akademiker in Sidi Bouzid im Landesinneren selbst angezündet hatte, breiten sich die Proteste gegen die Regierung immer weiter aus. Das tunesische Innenministerium verteidigte den Einsatz von Waffengewalt am Wochenende als "legitime Selbstverteidigung". Die Demonstranten hätten die Polizisten mit Steinen und Brandsätzen attackiert.
Unterdessen wurden auch drei weitere Fälle öffentlicher Selbstverbrennungen bekannt. Ein 17 Jahre alter Schüler aus Ariana in der Nähe von Tunis sei an seinen Verletzungen gestorben, sagte ein Vertreter der Lehrergewerkschaft der Deutschen Presse-Agentur. Er habe einen Schülerprotest organisiert und sei vom Direktor in dessen Büro zitiert worden. Dort habe er sich mit einem Lösungsmittel übergossen und angezündet. In Kasserine habe sich ebenfalls ein 17 Jahre alter Jugendlicher ohne Arbeit mit Benzin übergossen und in Flammen gesetzt. Passanten retteten ihn jedoch. In Sidi Bouzid steckte sich ein 50-Jähriger in Brand. Er erlitt nur leichte Verletzungen.
Mit den Todesfällen erreichen die seit Wochen andauernden Proteste einen vorläufigen Höhepunkt in dem Land, das in Nordafrika als vergleichsweise stabil gilt.
[Bildunterschrift: Bei Protesten in Algerien sind am Wochenende mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. ]
Im benachbarten Algerien entspannte sich die Lage etwas, nachdem bei gewaltsamen Protesten gegen hohe Arbeitslosigkeit sowie gegen steigende Lebensmittelpreise drei Menschen ums Leben gekommen waren. Algeriens Innenminister Dahou Ould Kablia bestätigte den Tod von drei jungen Menschen bei den Demonstrationen. Bei den seit Tagen andauernden Protesten gegen die hohen Lebensmittelpreise seien zudem 826 Menschen verletzt worden, darunter 763 Polizisten. Etwa tausend Menschen seien vorläufig festgenommen worden.
Die Regierung kündigte an, den gewaltsamen Protesten ein Ende zu bereiten und die inhaftierten Demonstranten, darunter zahlreiche Minderjährige, verurteilen zu lassen. Offenbar um die Lage zu beruhigen, kündigte die Regierung vorübergehende Preisnachlässe für Speiseöl und Rohzucker bis Ende August an. Wegen der Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel um bis zu 30 Prozent kam es seit Mittwoch zu Ausschreitungen in verschiedenen Städten Algeriens. Die Regierung erklärte weiter, sie sei entschlossen einzugreifen, "um die Kaufkraft der Bürger angesichts von Preiserhöhungen zu erhalten".
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