UNO startet Kampagne gegen organisierte Kriminalität

UNO-Kampagne gegen organisierte Kriminalität

"Setzen wir diesen Geschäften ein Ende"

Demonstranten in Pakistan wenden sich gegen Drogenkonsum und Drogenhandel (Bildquelle: AFP)
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Allein auf Routen durch Pakistan werden laut UNODC jährlich Drogen im Wert von 30 Mrd. Dollar geschmuggelt - zum Ärger der Bevölkerung.

Die Vereinten Nationen haben eine weltweite Kampagne gegen die organisierte Kriminalität gestartet. Auf einer neuen Internetseite will die UNO ab sofort mit ständig aktualisierten Informationen auf das Thema aufmerksam machen.

Kriminelle erzielten mit Fälschungen von Markenartikeln, Medikamenten oder Lebensmitteln, mit Menschen-, illegalem Drogen- und Waffenhandel pro Jahr 870 Milliarden Dollar (710 Milliarden Euro), teilte das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien mit. "Die organisierte Kriminalität spart kein Land und keine Region aus - sie bereichert sich durch das Bedrohen und Austricksen der Verletzlichsten", heißt es weiter.

Videos im Internet und im Fernsehen

Neben der Internetseite stellte UNODC auch zwei Videos in mehreren Sprachen - auch auf Deutsch - auf die Internet-Plattform YouTube. Verruchte Szenen, unterlegt mit dramatischer Musik, sollen aufrütteln: "Setzen wir diesen Geschäften ein Ende", appelliert die Organisation. Die Videos sollen auch im Fernsehen ausgestrahlt werden.

UNODC schlüsselt das Ausmaß dieser weltweiten Geschäfte in den Videos auf: Demnach erwirtschaften Betrüger durch Produktfälschungen jährlich 250 Milliarden Dollar. Mit illegalem Drogenhandel werden 320 Milliarden Dollar umgesetzt. Am Menschen- und am illegalen Waffenhandel werden 32 bzw. 250 Milliarden Dollar verdient.

"Internationale Banden agieren wie multinationale Unternehmen"

Der Direktor der UN-Behörde, Juri Fedotow, hatte jüngst bei der Vorstellung des Weltdrogenberichts erklärt: "Die internationalen Banden agieren wie multinationale Unternehmen, sie setzen Milliarden um und haben enormen Einfluss auf die Politik." Keine Region, kein Land, wie mächtig es auch immer sei, bleibe davon verschont. Die direkten Folgen des Drogenkonsums seien verheerend: "Jedes Jahr sterben daran 200.000 Menschen." 27 Millionen Menschen auf der Welt seien drogensüchtig - einer von 200.

Stand: 16.07.2012 03:41 Uhr

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