Putin (Bildquelle: REUTERS)

Russland lehnt US-Militärschlag ab Putin fordert Beweise für Giftgaseinsatz

Stand: 31.08.2013 18:58 Uhr

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die USA aufgefordert, dem UN-Sicherheitsrat konkrete Beweise dafür vorzulegen, dass das Assad-Regime für den Giftgaseinsatz in Syrien verantwortlich ist. Die Regierungstruppen seien in Syrien auf dem Vormarsch. Es wäre aus ihrer Sicht "völliger Unfug", durch einen möglichen Chemiewaffen-Einsatz "denen eine Trumpfkarte in die Hand zu geben, die nach einer Militärintervention rufen", so Putin.

Er sei daher überzeugt, dass der Vorwurf der USA "eine Provokation ist, um andere Länder in den Konflikt hineinzuziehen", sagte er. US-Außenminister John Kerry hatte gestern erneut betont, die USA hätten Beweise dafür, dass der Giftgasanschlag nahe Damaskus im Auftrag des syrischen Regimes geschehen sei.

Udo Lielischkies, ARD Moskau, zur Haltung Russlands
tagesthemen 23:15 Uhr, 31.08.2013

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Inspektoren beenden Untersuchung

Unterdessen haben die UN-Chemiewaffenexperten ihre Untersuchungen in Syrien abgeschlossen. Ein Sprecher der Vereinten Nationen in Syrien sagte, dass die zwölf Inspektoren um Missionsleiter Ake Sellström aus Syrien abgereist sind. Am Vormittag trafen sie am internationalen Flughafen der libanesischen Hauptstadt Beirut ein.

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist noch unklar, wann ihr Untersuchungsbericht veröffentlicht werden kann. Aus westlichen Diplomatenkreisen hieß es am Freitag, es werde mindestens zehn bis 14 Tage dauern, bis die Ergebnisse vorliegen könnten.

Ob die USA so lange mit einem Militärschlag warten werden, ist ungewiss. Das Weiße Haus ist schon jetzt von der Verantwortung des syrischen Regimes für den mutmaßlichen Giftgasangriff überzeugt. Auch der französische Präsident Francois Hollande und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan forderten erneut eine internationale Reaktion.

Merkel kritisiert Moskau und Peking

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warf Russland und China dagegen eine Schwächung der UNO vor. Der "Augsburger Allgemeinen" sagte sie, "ein Tabubruch wie der Einsatz von Giftgas mit Hunderten von Toten" dürfe "nicht ohne Folgen bleiben".

Die Regierungen in Moskau und Peking verweigerten aber eine gemeinsame Haltung im UN-Sicherheitsrat. Zudem sagte Merkel, die Frage einer deutschen Beteiligung an einem Militäreinsatz stelle sich nicht.

Kämpfe bei Damaskus

In Syrien treiben die Regierungstruppen ihre Offensive gegen Rebellenstellungen im Großraum Damaskus nach Angaben der Opposition auch nach den US-Drohungen eines Militärschlags voran. Der strategisch wichtige Vorort Muadamija in der Nähe eines Militärflughafens liege unter schwerem Raketenbeschuss, teilten die Aufständischen mit. Es sei der schwerste Angriff, seitdem die Streitkräfte von Präsident Baschar al Assad die Stadt knapp zehn Kilometer westlich der Hauptstadt vor neun Monaten eingeschlossen hätten. Der Ort war der Opposition zufolge auch Schauplatz des mutmaßlichen Giftgasangriffs in der vergangenen Woche.

Seitdem hätten die Regierungstruppen ihre Angriffe nochmals verstärkt. Elitesoldaten rückten den Angaben nach mit Panzern aus zwei Richtungen vor. Vier Rebellen-Kämpfer seien getötet worden. Die Angaben aus Syrien können kaum überprüft werden, da die Arbeit ausländischer Medien eingeschränkt ist.

UN-Inspektoren beenden Mission in Syrien
tagesschau 20:00 Uhr, 31.08.2013, Volker Schwenck, ARD Kairo

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