Eine Mutter mit ihren Kindern auf dem Boden eines Hauses | Bildquelle: AFP

UNICEF zu Syrien "Uns fehlen die Worte"

Stand: 20.02.2018 16:09 Uhr

Das Kinderhilfswerk der UN weiß sich mit eigenen Worten nicht mehr zu helfen. Angesichts von Hunderten Toten und Hungernden im syrischen Ost-Ghouta veröffentlichte UNICEF ein fast leeres Blatt.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Nach immer neuen Bombenangriffen auf das syrische Rebellengebiet in Ost Ghuta, nach immer mehr toten Zivilisten und vergeblichen UN-Appellen für eine sofortige Feuerpause in Syrien hat das UN-Kinderhilfswerk UNICEF jetzt auf seine Weise reagiert.

Die Organisation veröffentlichte eine weitgehende leere Pressemitteilung: "Keine Worte werden den getöteten Kindern, ihren Müttern, ihren Vätern und ihren Angehörigen Gerechtigkeit widerfahren lassen", wird der UNICEF-Regionaldirektor Geert Cappelaere zu Beginn der dramatischen Erklärung zitiert. Es folgen zehn leere Zeilen. In einer Fußnote erklären dann die UNICEF-Helfer, sie hätten nicht länger die Worte, um das Leiden der Kinder und die Empörung der Helfer zu beschreiben. "Haben diejenigen, die dieses Leiden verursachen, noch Worte, um ihre barbarischen Taten zu rechtfertigen", fragen die UN-Helfer am Ende der Erklärung.

UNICEF MENA @UNICEFmena
#RunningOutOfWords Statement from @gcappelaere on the war on children in #Syria Reports of mass casualties among children in Eastern #Ghouta and Damascus #ChildrenUnderAttack https://t.co/X2FYJ4OPnf

400.000 Menschen in Ost-Ghuta eingekesselt

Das Welternährungsprogramm der UN spricht zeitgleich von einem neuen Tiefpunkt der humanitären Situation in Syrien. In der letzten Rebellen-Hochburg Ost-Ghouta sind rund 400.00 Menschen seit Monaten von Hilfskonvois abgeschnitten und durch syrische Truppen belagert. Mehrere UN-Botschafter hatten zuvor im Sicherheitsrat von unglaublichen, mittelalterlichen Methoden der syrischen Armee gesprochen, ganze Bevölkerungsteile auszuhungern.

Nach Angaben von Beobachtern hat die syrische Armee in den letzten Tagen über 200 Zivilisten durch Bombenangriffe getötet, die offenbar den Weg für eine bevorstehende Bodenoffensive bereiten sollen.   

Uns fehlen die Worte - dramatischer UNICEF-Appell zur Lage in Syrien
Georg Schwarte, ARD New York
20.02.2018 15:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Februar 2018 um 15:43 Uhr.

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