Ein neugeborenes Kind liegt in einem Inkubator, damit es in der Notaufnahme eines Krankenhauses medizinisch versorgt werden kann. | Bildquelle: dpa

UNICEF-Bericht Millionen Babys sterben im ersten Lebensmonat

Stand: 20.02.2018 03:44 Uhr

Weltweit überleben 2,6 Millionen Babys ihren ersten Lebensmonat nicht. Eine Million von ihnen stirbt laut UNICEF bereits am ersten Tag. Vor allem Babys in Pakistan, Afghanistan und Afrika sind tödlichen Risiken ausgesetzt.

Babys in Pakistan, der Zentralafrikanischen Republik und Afghanistan haben nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen die schlechtesten Überlebenschancen weltweit. Das geht aus einem UNICEF-Bericht zur Sterblichkeit bei Neugeborenen hervor.

Statistisch gesehen stirbt demnach in Pakistan eins von 22 Neugeborenen in seinem ersten Lebensmonat, in der Zentralafrikanischen Republik eins von 24 und in Afghanistan eins von 25. Weltweit überleben jährlich 2,6 Millionen Babys ihren ersten Lebensmonat nicht. Eine Million sterben bereits am Tag ihrer Geburt.

Acht der zehn Länder, die in dem UNICEF-Ranking am schlechtesten abschneiden, liegen im Afrika südlich der Sahara. Darunter sind etwa Somalia, die in Südafrika gelegene Enklave Lesotho sowie die westafrikanischen Staaten Guinea-Bissau, Mali und die Elfenbeinküste.

Frühgeburten und Probleme bei der Geburt

Vor allem Armut und Konflikte führen dazu, dass schwangere Frauen in diesen Ländern deutlich schlechter gesundheitlich versorgt werden als Schwangere in Industrieländern. Hauptgründe für den Tod von Neugeborenen sind laut UNICEF Frühgeburt und Probleme bei der Geburt selbst, Lungen- und Hirnhautentzündungen sowie die umgangssprachlich als Blutvergiftung bekannte Sepsis.

Schwangere müssten von ausgebildeten Hebammen betreut werden, fordert das Kinderhilfswerk. Wichtig seien außerdem die Verfügbarkeit von Desinfektionsmitteln und sauberem Wasser, Stillen und Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt sowie gute Ernährung, heißt es in dem Bericht. "Wir wissen, dass wir die meisten dieser Babys durch erschwingliche und gute Lösungen retten können" so UNICEF-Direktorin Henrietta Fore.

Die besten Überlebenschancen haben Babys in Japan, Island, Singapur und Finnland. Deutschland liegt in dem Ranking von 184 Ländern gemeinsam mit Griechenland auf dem zwölften Platz. Hier stirbt statistisch gesehen eines von 435 Babys. In Japan - dem Land mit der niedrigsten Neugeborenensterblichkeit - nur eines von 1111 Babys.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Februar 2018 um 04:00 Uhr.

Darstellung: