Grenzzaun an der slowenisch-ungarischen Grenze | Bildquelle: AFP

Slowenische Grenze Ungarn baut Zaun ab

Stand: 26.09.2015 16:19 Uhr

Kehrtwende im Streit um Europas Grenzen: Wochenlang hatte Ungarn versucht, mit Stacheldrahtzäunen die Zahl der Flüchtlinge einzudämmen - zuletzt auch an der Grenze zum Nachbarland Slowenien. Beide gehören zum Schengen-Raum. Es hagelte Kritik. Ungarn lässt diesen Zaun nun wieder abbauen.

Slowenien und Ungarn sind nicht nur Nachbarstaaten, beide Länder sind auch Teil des Schengen-Raums. Und dort sollte es keine Grenzen geben - eigentlich. Doch da nach wie vor Tausende Flüchtlinge durch Ungarn unterwegs sind, wollte das Land sich weiter mit einem neuen Zaun abschotten - mit drei Lagen Nato-Draht, der erst am Donnerstag bei Tornyiszentmiklos gezogen worden war. Doch nach internationaler Kritik ließ die ungarische Regierung den Draht an der Grenze zu Slowenien wieder abreißen.

8159 Flüchtlinge - so viele Menschen suchten alleine am Freitag nach ungarischen Polizeiangaben den Weg durchs Land, 26.309 waren es nach offiziellen Angaben in Ungarn innerhalb von drei Tagen. Viele von ihnen kamen offenbar aus Kroatien, zahlreiche wurden nach Medienberichten von den ungarischen Behörden weiter zur ungarisch-österreichischen Grenze gebracht.

Politische Entspannung in der Flüchtlingsfrage

Das Thema Flüchtlinge sorgt zwischen den Staaten der Region für Spannungen - aber auch für Annäherung. Die Ministerpräsidenten von Serbien und Kroatien stellten sich im Fernsehen des jeweils anderen Landes Fragen zur Flüchtlingssituation. Beide Länder galten immer noch als Rivalen. Die TV-Auftritte der Spitzenpolitiker werden daher als Zeichen der Annäherung zwischen den beiden früheren jugoslawischen Republiken gewertet.

Und auch die ungarische Regierung sucht das Gespräch: Ungarns Innenminister Sandor Pinter und seine slowenische Kollegin Vesna Györkös Znidar wollen am Montag an der ungarisch-slowenischen Grenze über gemeinsame Kontrollen beraten.

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