Horst Mahler | Bildquelle: dpa

Verurteilter Rechtsextremist Mahler an Deutschland ausgeliefert

Stand: 13.06.2017 14:07 Uhr

Ungarn hat den verurteilten Rechtsextremisten und Holocaust-Leugner Mahler an Deutschland ausgeliefert. Die ungarische Polizei hatte Mahler Anfang Mai festgenommen und übergab ihn nun am Flughafen von Budapest den deutschen Behörden.

Der verurteilte Rechtsextremist Horst Mahler ist an Deutschland ausgeliefert worden. Er sei am Flughafen von Budapest übergeben worden, teilte die ungarische Polizei mit. Inzwischen ist er in Berlin eingetroffen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage mitteilte.

Mahler hatte Deutschland verlassen, um einer Gefängnisstrafe wegen Holocaust-Leugnung und antisemitischer Volksverhetzung zu entgehen. Er war am 15. Mai in der ungarischen Stadt Sopron aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden. Ein Budapester Gericht ordnete vergangene Woche seine Auslieferung an Deutschland an.

Vom Linksxtremisten zum Rechtsextremisten

Mahler galt in Deutschland seit April als flüchtig. Angeblich wollte er in Ungarn Asyl beantragen. Laut dem Büro des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban lag aber kein Asylantrag Mahlers vor. Solch ein Antrag wäre auch nicht angenommen worden, weil Mahler Bürger eines Mitgliedsstaats der Europäischen Union ist, hatte Orbans Büro mitgeteilt.

Der heute 81-jährige war Gründungsmitglied der linksextremistischen Rote Armee Fraktion. Später wurde er zum Rechtsextremisten und ist wegen mehrerer Neonazi-Vergehen verurteilt worden. Mahler gelang es, Deutschland zu verlassen, nachdem ihm vor zwei Jahren gestattet worden war, das Gefängnis wegen schwerer Krankheit zu verlassen. Er war zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Über dieses Thema berichteten am 13. Juni 2017 Deutschlandfunk um 13:00 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 14:00 Uhr.

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