Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres | Bildquelle: REUTERS

USA und Israel verlassen UNESCO Bedauern und harsche Worte

Stand: 13.10.2017 00:45 Uhr

Mit Bedauern hat UN-Generalsekretär Guterres den Rückzug Israels und der USA aus der UNESCO aufgenommen. Vertreter der beiden Staaten sparten dagegen nicht mit Kritik. Die UNESCO habe sich mit "dummen Aktionen" hervorgetan.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Mehrere Seiten lang ist die Erklärung, die UNESCO-Chefin Irina Bokova abgibt. Aus New York dagegen kommt von UN-Generalsekretär Antonio Guterres erst einmal nur eine knappe Stellungnahme, später von seinem Sprecher Farhan Haq verlesen. Der Generalsekretär bedauere den Rückzug der USA zutiefst - im Licht der bedeutenden Rolle, die die USA seit Gründung der Organisation gespielt hätten.

Die USA hätten die Organisation doch selbst gründen geholfen, daran erinnert Miroslav Lajcak, Präsident der UN-Generalversammlung, in der alle 193 UN-Mitgliedsstaaten vertreten sind. Die UNESCO trage dazu bei, friedvolle, gerechte und faire Gesellschaften zu schaffen - durch Erziehung, Wissenschaft und Kultur.

So sieht es auch Frankreichs UN-Botschafter Francois Delattre, derzeit turnusgemäß Präsident des Sicherheitsrates. In Paris ist der Hauptsitz der UNESCO. "Die UNESCO vermittelt unsere Ideale und Werte durch Kultur, Erziehung und Wissenschaft. Es ist so wichtig, unsere amerikanischen Freunde mit an Bord zu haben. Nun mehr denn je. Denn jetzt werden diese Werte angefochten", so Delattre.

"Ein guter Zweck, aber ..."

Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley gab eine schriftliche Stellungnahme zur Entscheidung ihres Außenministers ab: "Der Zweck der UNESCO ist ein guter. Leider ist die extreme Politisierung eine chronische Peinlichkeit geworden. Die Entscheidung zu den Patriarchengräbern war nur die letzte in einer ganzen Reihe dummer Aktionen."

USA und Israel treten aus UNESCO aus
tagesschau 20:00 Uhr, 12.10.2017, Heribert Roth, ARD Paris

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Im Juli hatte die Unesco die Altstadt von Hebron im Westjordanland zum Weltkulturerbe erklärt und zugleich auf die Rote Liste gefährdeter Stätten gesetzt. Sie war damit einem Antrag Palästinas gefolgt. Das sei eine abscheuliche Entscheidung, so Haley, die die Altstadt zu palästinensischem Gebiet erkläre. Hebron ist seit 1998 zwei geteilt. Dabei handele es sich doch um die "ältesten Kulturerbestätten unseres Volkes", protestierte der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett damals.

"Schlachtfeld für Israel-Prügel"

Stunden nach der Entscheidung aus Washington gibt auch Israel bekannt, die UNESCO zu verlassen. Zu dem Zeitpunkt hatte Israels UN-Botschafter Danny Danon den US-Rückzug bereits überschwänglich gelobt. Die UNESCO, so Danon in seiner schriftlichen Mitteilung, sei zu einem Schlachtfeld für Israel-Prügel geworden. Die "absurden und schändlichen Resolutionen der UNESCO gegen Israel" hätten Konsequenzen - mit diesem neuen Tag für die Vereinten Nationen sei klar: wer Israel diskriminiere müsse dafür zahlen.

UN-Sprecher Haq versucht unterdessen, Gedanken an eine große Krise zwischen der Weltorganisation und der Weltmacht von sich zu weisen. "Wir interagieren mit den USA sehr produktiv zu einer ganzen Zahl von Themen und Organisationen und werden das auch künftig tun. Aber natürlich mag es - wie mit anderen Mitgliedsstaaten auch - Zeiten geben, wo es Differenzen zu dem einen oder anderen Thema gibt. Aber der Generalsekretär arbeitet gut mit der US-Regierung zusammen."

Jan Philipp Burgard, ARD Washington, zum UNESCO-Austritt der USA
nachtmagazin 00:30 Uhr, 13.10.2017

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Soweit das einer Weltorganisation eben möglich ist mit einem Land, das eine "America-first"-Politik verfolgt. Das seine Zahlungen für Blauhelm-Missionen gedrosselt hat. Dessen Haushaltsplanung weitere drastische Einschnitte für die UN bedeuten würde. Und das 1984 die UNESCO schon einmal vorübergehend verlassen hatte. In der Diplomatensprache der UN heißt das: Es gibt ein so tiefes wie komplexes Miteinander.

Von Beifall bis Bedauern: Reaktionen von New Yorker UN-Hauptsitz
Kai Clement, ARD New York
13.10.2017 00:12 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 12. Oktober 2017 die tagesschau um 20:00 Uhr sowie das Nachtmagazin um 00:30 Uhr. Am 13. Oktober 2017 berichtete NDR Info um 06:20 Uhr.

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