Donald Trump  | Bildquelle: AP

UN-Generalversammlung Kritik und Lob für Trump

Stand: 20.09.2017 09:37 Uhr

Die Drohungen von US-Präsident Trump gegen Nordkorea vor den UN haben unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Südkorea begrüßte Trumps Ausführungen. Frankreich verwies auf die Notwendigkeit von Verhandlungen. Der Iran ist empört über Trump. Aus Israel kommt dagegen Lob.

In seiner ersten Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat US-Präsident Donald Trump ein gemeinsames Vorgehen gegen Nordkorea und den Iran gefordert. Explizit drohte Trump mit der "totalen Zerstörung" Nordkoreas im Verteidigungsfall. Als Reaktion darauf sagte der französische Präsident Emmanuel Macron, dass die Bedrohung durch Nordkorea existenziell sei und alle Staaten betreffe. Deshalb könne der Konflikt nur durch multilaterale Verhandlungen gelöst werden, an denen auch Russland und China beteiligt werden müssten.

Reaktionen auf Trump und Erdogan vor UN-Vollversammlung
tagesschau24 11:00 Uhr, 20.09.2017, Markus Schmidt, ARD New York

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Zuvor hatte sich auch UN-Generalsekretär António Guterres für politische Verhandlungen ausgesprochen und den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zur Geschlossenheit aufgefordert, um einen Krieg zu verhindern.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron | Bildquelle: AFP
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, der Konflikt mit Nordkorea könne nur durch multilaterale Verhandlungen gelöst werden.

Parallelen zum Iran-Abkommen

Macron zog darüber hinaus Parallelen zum Nuklearabkommen mit dem Iran. Das Abkommen verhindere die Entwicklung von Atomwaffen, so der französische Staatschef. Es aufzukündigen sei ein schwerer Fehler, warnte er mit Blick auf Trump, der das Iran-Abkommen als eine Schande verurteilt und weitere Schritte angekündigt hatte, die er nicht spezifizierte.

Der Iran reagierte mit Empörung auf die Aussagen Trumps. Dessen Worte seien "unverschämt und ignorant" und fern jeder Realität gewesen, zitierte die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Solche Aussagen seien "gemein und sinnlos". Trump ignoriere damit auch die Anstrengungen des Iran im Kampf gegen den Terror. Zu dem Iran-Atom-Abkommen wird sich heute in der Generalversammlung voraussichtlich auch der iranische Präsident Hassan Rouhani äußern.

Ein nordkoreanischer Delegierter verlässt während der Rede von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Generalversammlung den Saal. | Bildquelle: dpa
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Ein nordkoreanischer Delegierter verlässt während der Rede von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Generalversammlung den Saal.

Israel und Südkorea loben, Schweden und Venezuela kritisieren

Lob bekam Trump vor allem vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. "In meinen mehr als 30 Jahren Erfahrung mit den Vereinten Nationen habe ich noch nie eine kühnere oder mutigere Rede gehört", sagte er. Auch aus Südkorea kam Zuspruch für Trump. Ein Regierungsvertreter sagte, die von dem US-amerikanischen Präsidenten in seiner Rede verwendete Zeit für Nordkorea zeige, wie ernsthaft Washington die Angelegenheit nehme.

Kritik kam indes von der schwedischen Außenministerin Margot Wallström. Die Rede sei nationalistisch gewesen, so etwas habe sie seit Jahren nicht vor den UN gehört. "Es war die falsche Rede zur falschen Zeit vor den falschen Zuhörern."

Zu Unrecht beschimpft fühlte sich auch Venezuela. Außenminister Jorge Arreaza sagte, kein Staatenlenker dürfe die Demokratie und Souveränität des Landes infrage stellen. Drohungen von Trump würden nicht akzeptiert. Trump hatte Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro vorgeworfen, seine einst florierende Nation an den Rand des Zusammenbruchs gebracht und gewählten Volksvertretern die Macht geraubt zu haben. Kritik bekamen auch Kuba und Syrien ab. Einige von Gewalt geplagte Teile der Welt würden "zur Hölle fahren", so der US-Präsident.

Trump redet vor UN-Vollversammlung | Bildquelle: dpa
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US-Präsident Donald Trump vor der UN-Vollversammlung

Bundesregierung appelliert an Diplomatie

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich auf einem Wahlkampfauftritt zu Trumps Aussagen über seine Nordkorea-Politik. Sie sagte, für die Bundesregierung gebe es nur eine diplomatische Lösung des Konflikts. Alles andere führe ins Unglück. Auf das Iran-Abkommen nahm sie keinen direkten Bezug. Die Bundesregierung war maßgeblich an den Verhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran beteiligt.

Ab heute nimmt Bundesaußenminister Sigmar Gabriel an der UN-Vollversammlung teil. Vor seiner Abreise sagte er in Berlin, die Welt brauche mehr, nicht weniger Vereinte Nationen. Die Vielzahl von Krisen und Konflikten überall auf der Welt könne nur gemeinsam gelöst werden. Gabriel sprach von einer besonderen deutschen Aufgabe, für politischen Dialog und diplomatische Lösungen zu werben. In Gesprächen wird sich Gabriel in New York auch für einen nichtständigen Sitz Deutschlands im UN-Sicherheitsrat ab 2019 einsetzen.

An diesem zweiten Tag der UN-Vollversammlung steht die Unterzeichnung eines Vertrags zum Verbot von Atomwaffen und ein Treffen des Sicherheitsrats an. Mehr als 120 Länder stimmten im Juli dem Vertrag gegen Atomwaffen zu, gegen den Widerstand der Atommächte, die die Verhandlungen boykottierten. Laut UN-Verwaltung wird erwartet, dass 51 Staaten den Vertrag bei einer Zeremonie, die UN-Generalsekretär António Guterres eröffnet, unterzeichnen.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani mit dem Generalsekretär der UN, Antonio Guterres | Bildquelle: AFP
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Der iranische Präsident Hassan Rouhani mit dem Generalsekretär der UN, António Guterres.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. September 2017 um 09:00 Uhr.

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