Der Sicherheitsrat der UN hat einer Beobachtermission in Kolumbien zugestimmt. | Bildquelle: REUTERS

Nach vereinbarter Waffenruhe Sicherheitsrat für Beobachtermission in Kolumbien

Stand: 26.01.2016 03:06 Uhr

Der UN-Sicherheitsrat hat einer Beobachtermission in Kolumbien zugestimmt. So soll der vor kurzem zwischen der kolumbianischen Regierung und den Farc-Rebellen beschlossene Waffenstillstand überwacht werden. Die Mission soll mindestens ein Jahr dauern.

Mehr als drei Jahre hatten die Verhandlungen zwischen den linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) gedauert, dann gelang im vergangenen September endlich der Durchbruch. Der Kampf, der seit etwa einem halben Jahrhundert in dem südamerikanischen Land angedauert hatte, sollte enden. Vor etwa einer Woche einigten sich Regierung und die Farc-Guerilla schließlich konkret auf eine von den Vereinten Nationen überwachte Waffenruhe. Bis zum 23. März soll eine endgültige Friedensvereinbarung erzielt werden.

Mission auf mindestens ein Jahr ausgelegt

Die UN stimmten in der Nacht einer unbewaffneten Beobachtermission in Kolumbien zu, um die Einhaltung der Waffenruhe und die Entwaffnung der Rebellen zu überwachen. Der Einsatz soll mindestens ein Jahr dauern, kann dann aber noch verlängert werden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon soll nun Vorschläge zum Umfang und zum Mandat der Mission ausarbeiten. Ihr sollen insbesondere Beobachter der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) angehören.

Der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft sagte, er hoffe, dass nun der letzte Akt der Friedensgespräche beginnen werde. Es gebe in Kolumbien aber noch viel zu tun, sagte seine US-Kollegin Samantha Power. Unter anderem müssten Landminen geräumt und ehemalige Kämpfer ins Zivilleben eingegliedert werden.

Im Kampf der Farc-Rebellen gegen den kolumbianischen Staat und Großgrundbesitzer wurden mindestens 220.000 Menschen getötet. 5,3 Millionen Menschen wurden durch den Konflikt in die Flucht getrieben.

Stichwort: FARC-Rebellen

Die FARC (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) ist die älteste und größte kolumbianische Guerilla-Gruppe. Sie kämpft seit ihrer Gründung 1964 als kommunistisch inspirierte Arbeiter-Armee gegen den Staat.

Nach Angaben aus Bogotá gehören ihr noch rund 8000 Kämpfer an, die vor allem in den Gegenden an den Grenzen zu Venezuela und Ecuador aktiv sind. In ihren stärksten Zeiten verfügte die FARC über etwa 17.000 Kämpfer und kontrollierte weite Flächen Kolumbiens. Ihre Haupteinnahmen erzielt die FARC durch den Handel mit Kokain.

Immer wieder bringt die FARC auch Menschen in ihre Gewalt. Die prominenteste FARC-Geisel war die Politikerin Ingrid Betancourt, die 2002 entführt und Mitte 2008 nach sechseinhalb Jahren befreit wurde.

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